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Eine Katze kratzt sich.

Klitzekleines Krabbelzeug: Flöhe und Milben – lästige Parasiten bei Katzen

Wenn der Stubentiger sich häufig kratzt und allgemein sehr unruhig ist, hat Ihre Katze womöglich kleine Krabbeltiere im Haarkleid. Tierarzt und Geschäftsführer der Activet Tierarztpraxis Dr. René Reinhold beantwortet die wichtigsten Fragen zum Flohzirkus auf Ihrer Samtpfote.

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Dr. René Reinhold

Interview mit Dr. René Reinhold

Woran erkennt man, dass eine Katze Flöhe hat?

 

Dr. Reinhold: “Hauptsächlich tritt Juckreiz auf, der sich überfallsartig äußern kann. Bei starkem Befall und
vor allem hellen Fell kann man Flöhe auf dem Tier erkennen. Ansonsten hilft ein Flohkamm bei der Identifizierung.”

 

Welche Schäden drohen meinem Tier bei Befall?

 

Dr. Reinhold:” Das können Erkrankungen der Haut, in Folge einer Flohdermatitis, sein. Ebenso kann es zu eitrigen Hautentzündungen (Pyodermien) und Haarausfall oder -bruch kommen. Nicht selten sind nässende Ekzeme aufgrund allergischer Reaktion.”

 

Kann Floh-Behandlung meinem Tier schaden?

 

Dr. Reinhold: “Alle Arzneimittel bedürfen einer Zulassung durch die Behörde. Wirksamkeit und Sicherheit müssen also nachgewiesen sein. Eine sachgemäße Anwendung von Spot-on-Präparaten stellt sicher, dass der Patient das Mittel nicht durch Ablecken aufnehmen kann und sich dabei gegebenenfalls vergiftet.

 

 

Was hat es mit Flöhen und Milben auf sich?

Ektoparasiten wie Flöhe und Milben sind kein unübliches Problem für Katzen: Etwa jede fünfte Hauskatze leidet mindestens einmal im Leben unter unerwünschten tierischen Bewohnern.

Flöhe und Milben im Vergleich:

  • Flöhe sind flügellose Insekten, dabei aber alles andere als unbeweglich: Bis zu 1,5 Meter weit kann ein Floh springen. Hat das Tier es sich auf einer Katze bequem gemacht, legt es dort bis zu dreißig Eier täglich. Ein Großteil der Flohpopulation verlässt das Wirtstier und verteilt sich an geeigneten Stellen in der Umgebung.
  • Milben sind winzige Spinnentiere, die auf das Wirtstier aufsteigen, sobald dieses am Standort des Parasiten entlang streift. Im Gegensatz zum Floh sind sie nicht auf Blut aus, sondern ernähren sich von Hautzellen, die sie mit einem körpereigenen Sekret versetzen, um sie konsumieren zu können. Manche Milben wie die Grasmilbe kommen nur saisonal im Spätsommer vor, andere Arten sind ganzjährig aktiv.

Wie werde ich Flöhe bei Katzen los?

Wenn die Katze sich juckt und kratzt sowie entzündete Hautstellen aufweist, liegt der Verdacht auf Flöhe nahe. Gewissheit erhalten Sie, indem Sie das Fell mit einem speziellen Flohkamm kämmen. Lösen sich dabei schwarze Krümel, die sich beim Ausklopfen des Kamms auf einem feuchten Küchenpapier zu schwarzroten Flecken verfärben, handelt es sich um Flohkot.

Zur Behandlung von Flöhen haben Sie folgende Optionen:

  • Vorbeugen können Sie einem Flohbefall mit penibler Haushaltshygiene. Besonders Teppiche, Polstermöbel und Textilien sollten sauber gehalten und regelmäßig abgesaugt werden. Spot-On-Präparate – das sind Mittel, die zwischen die Schulterblätter oder in den Nacken des Tieres getropft werden – und Flohhalsbänder helfen gegen erwachsene Flöhe im Fell.
  • Leichten Befall bekämpfen Sie mit Floh-Spray und Spot-On-Präparaten. Zur Behandlung der Wohnung gibt es spezielle Umgebungssprays, mit denen Sie Körbchen, Möbel und andere Dinge, mit denen die Katze in Berührung kommt, behandeln können.
  • Starken Befall lösen Sie mit Unterstützung des Tierarztes mit medizinischen Präparaten und Sprays, Flohpulver und gegebenenfalls einer zusätzlichen Wurmkur, da Flöhe auch Wurmeier auf das Wirtstier übertragen können.

Achtung! Behandeln Sie Ihre Katze niemals mit einem Anti-Floh- oder Zecken-Präparat, das für Hunde oder andere Haustiere gedacht ist! Ein nicht auf den Katzenorganismus abgestimmtes Mittel kann zum Tod des Tieres führen!

Wie kann ich die Umgebung der Katze behandeln?

Alle Liegeflächen mit Antiflohpulver oder Umgebungsspray, das Flöhe, Eier und Larven abtötet, behandeln. Decken und Stoffspielzeugen bei mindestens 60 Grad Celsius waschen, Teppiche und Polster saugen (Beutel entsorgen), tägliches Nasswischen aller Fußböden.

Aha! Floh-Wissen
Nahaufnahme eines Flokamm.
Aha! Floh-Wissen

Flöhe sind nur drei Millimeter groß, flügellos, haben aber eine große Sprungkraft. Sie vermehren sich rasant: Ein Flohweibchen legt bis zu 50 Eier pro Tag. Nur etwa fünf Prozent der Flöhe leben auf dem Wirt, die restlichen 95 Prozent verteilen sich auf die Umgebung.

Was richten Milben bei Katzen an?

Milben sind mikroskopische Ektoparasiten, die die Haut der Katze befallen und dort für schuppige Veränderungen sowie Fellausfall sorgen. Die Milben siedeln sich bevorzugt an Körperpartien an, welche die Katze beim Putzen schwer erreicht: die Hautfalten an Gelenken oder Pfotenzwischenräumen. Einen Milbenbefall erkennen Sie, wenn beim Auskämmen orangerote Pünktchen aus dem Fell fallen. Eine andere besonders tückische Milbe, die Katzen befällt, ist die Ohrmilbe, die sich bevorzugt in den Ohren der Tiere ansiedelt. Ob Ohrmilben die Katze befallen haben, erkennen Sie an einem krümeligen, schwarzen Belag im Katzenohr sowie ständigem Kopfschütteln und Kratzen der Katze. Der Tierarzt geht medikamentös gegen Ohrmilben vor. Vorbeugend und unterstützend sollten Sie einen speziellen Ohrreiniger zur Pflege der Katzenohren verwenden. Dabei handelt es sich um Tinkturen, die lokal angewendet und einmassiert werden.

Katze bekommt Mittel gegen Flöhe.

 

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Zur Behandlung von Milben haben Sie folgende Optionen:

  • Vorbeugen können Sie mit penibler Hygiene im Haus – vornehmlich bei den Polstermöbeln -, Sprays oder Spot-On-Präparaten. Alte oder geschwächte Tiere benötigen eventuell zusätzlich medikamentöse Unterstützung.
  • Leichten Befall bekämpfen Sie mit Präparaten zum Einreiben oder speziellen Shampoos, die Sie vom Tierarzt erhalten oder im Fachhandel bekommen.
  • Schweren Befall lösen Sie medikamentös: Der Tierarzt verschreibt Medikamente oder Mittel zum Einreiben.

Übrigens: Ein Milbenbefall ist einer der seltenen Fälle, in dem Sie eine Katze tatsächlich baden sollten.

 

 

Sind Flöhe und Milben auch für Menschen gefährlich?

Flöhe machen keinen großen Unterschied zwischen Katzen und Menschen: Erstere werden zwar bevorzugt, aber auch ein Mensch kommt dem Floh zumindest vorübergehend als Wirtstier zupass. Sie können sich also durchaus Flöhe von ihrer Katze holen, mehr noch: Der Floh kann sich auch temporär unabhängig vom Tier aufhalten und sich so über einen Umweg beispielsweise vom Sofakissen, auf Ihnen niederlassen. Juckreiz und Allergien können durch Flohbisse ausgelöst werden. Außerdem übertragen Flöhe Bakterien, Wurmeier und Krankheitserreger.

 

Achten Sie also im eigenen Interesse darauf, dass die Katze flohfrei ist. Auch Milben können vorübergehend auf Menschen übergreifen, aber sie halten sich dort in der Regel nicht lange: Die nur spärlich behaarte Menschenhaut ist keine geeignete Lebensumgebung für die Spinnentiere. Ein Befall mit Milben macht sich durch Hautreizungen bemerkbar. In solchen Fällen sollten Sie Ihren Hautarzt konsultieren.

 

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