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Zwei Hunde sitzen im Hundebett.

Tipps zur Mehrhundehaltung – Hunde zusammenführen

Sie bekommen von Hunden einfach nicht genug und haben sich bereits die Frage gestellt, ob nicht noch ein zweiter Hund schön wäre? Doch bevor dieser bei Ihnen einzieht, sollten Sie einiges bedenken. Die Mehrhundehaltung stellt Anforderungen an Sie und löst vor allem auch keine bestehenden Hundeprobleme. Lesen Sie hier, wie Sie zu einer guten Entscheidung kommen und sich auf eine Mehrhundehaltung von mindestens zwei Vierbeinern richtig vorbereiten!

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Wichtige Voraussetzungen für eine Mehrhundehaltung

So verlockend die Mehrhundehaltung für Hundeliebhaber auch sein mag, mit mehr als einem Vierbeiner steigt nicht nur der Spaß mit den Hunden. Bevor Sie also freudig einen zweiten Mitbewohner nach Hause führen, sollten Sie vorab finanzielle, räumliche und zeitliche Vorbedingungen klären.

Mit einem zweiten Hund steigen:

  • Kosten für Futter, Tierarzt, Zubehör, Hundesteuer und Haftpflichtversicherung
  • Zeitaufwand für die Fellpflege und Hundeerziehung wie etwa separates Hundetraining
  • benötigte Kenntnisse für die Führung eines Rudels
  • Platzbedarf in der Wohnung und im Auto
  • Beschränkungen in der Urlaubsplanung, teure Fremdbetreuung

Außerdem sollten Sie folgende Punkte überdenken:

  • Räumen Sie zunächst gedanklich mit dem häufigsten Missverständnis einer Mehrhundehaltung auf: Hunde im Hunderudel beschäftigen sich nicht alleine miteinander! Der Mensch bleibt ihr wichtigster Bezugspunkt.
  • Überlegen Sie, ob Sie sich die Aufgaben der Mehrhundehaltung mit jemandem teilen können, oder demnächst alles alleine tragen müssen. Haben Sie ausreichen Kraft und Zeitressourcen dafür?
  • Treffen Sie die Entscheidung pro oder kontra einen zweiten Hund möglichst emotionslos und überlegen Sie auch, was das Beste für Ihren ersten Hund ist. Ist Ihr Hund ein Einzelgänger, der stark an Sie gebunden ist? Dann könnte der Zweithund für ihn zum Problem werden.

Mehrhundehaltung: Welche Hunde passen zusammen?

Nicht alle Hunde sind füreinander geschaffen, auch wenn Hunde grundsätzlich Rudeltiere und sehr kontaktfreudig sind. Ob Sie sich für einen Rüden oder für eine Hündin, für einen älteren oder einen Jungspund entscheiden, sollte auf Ihren Ersthund abgestimmt sein.

 

Hier einige Gedankenanstöße:

Das Geschlecht der Hunde spielt eine große Rolle im Zusammenleben der beiden – und Ihrem natürlich auch. Ein Rüde und eine Hündin können sich in der Regel schneller einleben. Sind beide unkastriert, so müssen sie während der Hitze der Hündin voneinander separiert sein, sofern Sie keinen Nachwuchs wünschen. Das kann im Alltag recht stressig sein. Die Läufigkeit oder Scheinträchtigkeit einer Hündin macht ihre Haltung nicht immer einfach. Zwei Hündinnen können große Rivalitäten aufbauen. Ein Spaziergang mit einem Rüden und einer läufigen Hündin sollte gut trainiert sein, um aggressivem Verhalten anderen Artgenossen gegenüber vorzubeugen. Das gilt auch, wenn Sie zwei läufige Hündinnen führen.

 

Ein Junghund kann einem Senior Lebensfreude zurückgeben, er kann ihn aber auch enorm überfordern und selbst ständig unterfordert sein. Genauso wie ein behinderter Hund sich wunderbar an einem gesunden orientieren könnte, so kann der fitte Zweithund sowohl ältere als auch behinderte Hunde permanent stressen.

 

Gut zu wissen: Hundeexperten gehen von einem optimalen Altersunterschied von maximal ca. drei Jahren aus, damit sich die Hunde in ihren Entwicklungsphasen nicht behindern oder negativ beeinflussen. Allerdings muss dabei bedacht werden, dass kleine Hunde schneller erwachsen werden, aber langsamer altern als sehr große Hunde. Das reine Lebensalter ist also nur ein ungefährer Anhaltspunkt. Das individuelle Wesen ist hier sicherlich bestimmender für die Passung zwischen zwei Hunden.

 

Extreme Größen- und Rassenunterschiede können schließlich dazu führen, dass der größere Hund den kleineren gar nicht als seinen Artgenossen akzeptiert oder ihn sogar (ungewollt) verletzt. Ein gemütlicher Charakter wird mit einem stürmischen Hund nicht gut zurechtkommen, hingegen ein dominanter und ein ängstlicher Hund gute Partner werden können.

Drei Regeln für ein Hunderudel

In der Mehrhundehaltung gewinnt die Erziehung noch an Bedeutung. Wenn Sie einen neuen Hund zu Ihrem bisherigen Einzelhund hinzunehmen, dann sollte das keine Hauruck-Aktion sein. Nehmen sie sich hierfür am besten Urlaub, denn um die Hunde zusammenzuführen, brauchen Sie Zeit für die notwendigen Anschaffungen und innere Ruhe, um sich intensiv mit Ihrem gewachsenen Rudel auseinanderzusetzen.

Regel Nr. 1: Liebe geht durch die Nase und hört beim Fressen auf

Hunde entscheiden, wer Freund und wer Feind ist – und das geschieht über den Geruch. Bringen Sie daher eine Decke oder Spielzeug des anderen Hundes schon vorher in Ihr Zuhause und geben Sie auch dem anderen Hund etwas zum Schnuppern mit. Auf diese Weise können beide Hunde sich im Vorfeld mit dem Duft des jeweils anderen vertraut machen. Sorgen Sie für separate Schlafplätze und für weit auseinander platzierte Fress- und Wassernäpfe.

Regel Nr. 2: Kennenlernen auf neutralem Boden

Das erste Treffen der beiden Hunde sollte auf einem neutralen Boden geschehen. Optimal ist ein ablenkungsarmer und abgezäunter Ort. Für die Zusammenführung brauchen Sie einen Helfer, der den neuen Hund führt. Gut sozialisierte und folgsame Hunde können ohne Leine Kontakt aufnehmen. Im Zweifelsfall benutzen Sie für beide Schleppleinen, damit Sie sie notfalls zurückholen können. Gehen Sie solange mit ihnen spazieren, bis sich ihre Aufregung ganz gelegt hat.

 

Bevor der neue Hund die Wohnung betritt, sollten Sie alle Futterreste und herumliegendes Spielzeug wegräumen, damit es beim ersten Besuch keine Rangeleien um Besitztümer gibt. Beim Betreten der Wohnung gehen Sie mit dem neuen Vierbeiner voran, während Ihr Helfer mit dem Ersthund wartet. Lassen Sie den Neuling das Zuhause gründlich erkunden und bitten dann den Helfer mit Ihrem Hund dazu.

 

Bewahren Sie Geduld: Es kann unter Umständen mehr als zwei Wochen dauern, bis die Hunde sich eingelebt haben und ohne Aufsicht bleiben können.

Regel Nr. 3: Die Rangordnung klären Sie

Nehmen Sie Abstand von der überkommenen Einstellung „Das regeln die Hunde unter sich“, denn nicht der dominante Hund hat das Sagen, sondern Sie als das „Leittier“ des Rudels.

 

Beobachten Sie genau, wie sich in der Mehrhundehaltung die Rangordnungsverhältnisse entwickeln. Akzeptieren Sie die dominante Position eines Hundes nur, sofern das Rudel nicht darunter leidet. Machen Sie Ihren Hunden klar, was Sie nicht dulden und sorgen Sie für Entspannung, indem Sie klare Regeln aufstellen, die für alle gelten und keinen bevorzugen. Meistens reichen schon kleine Korrekturen, beispielsweise, wenn ein auf Spielen fixierter Hund einen Ruhesuchenden terrorisiert. Dann übernehmen Sie einfach eine Zeit lang die Rolle des Spielkameraden oder sorgen dafür, dass der aktive Hundepart den anderen zufriedenlässt. Getrennte Schlafplätze – bei Bedarf auch in verschiedenen Räumen – wirken vorbeugend, weil Sie die Hunde jeweils auf ihren Platz schicken können.

Regel Nr. 4: Eifersucht vorbeugen

Um in der Mehrhundehaltung Eifersucht zu verhindern, müssen Sie sich eingehend mit beiden Hunden beschäftigen – einzeln und gemeinsam. Finden Sie Zeit und Ruhe, dem Ersthund Sicherheit zu geben, dass Sie immer noch verlässlich für ihn da sind. Was mögen Ihre Vierbeiner gern? Der eine spielt gern Frisbee, der andere hat eine hervorragende Spürnase? Dann gehen Sie wechselweise darauf ein. Und: Suchen Sie etwas, das beiden Hunden enormen Spaß bereitet. Das schweißt das Rudel zusammen!

Wenn das Rudel wächst

Wollen Sie mehr als zwei Hunde halten, wiederholen sich diese Schritte. Dann geht es allerdings darum, dass Ihr bestehendes Rudel den Neuankömmling akzeptiert, was sich unter Umständen schwieriger gestalten kann, aber nicht muss. Sind Sie sich unsicher, weiß ein erfahrener Hundetrainer die Situation einzuschätzen und zu unterstützen.

Mehrhundehaltung: Weiterlesen

Organisieren Sie sich ruhig weitere Informationen, das ist nicht ehrenrührig. Zur Mehrhundehaltung gibt es Seminare und Bücher. Und wenn es trotzdem hakt, holen Sie sich professionelle Unterstützung! Je weniger sich negative Verhaltensweisen einschleifen, desto leichter wird man sie wieder los.

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