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Milben beim Hund – Juckreiz richtig deuten und behandeln

08.01.2024 - Lesedauer: 8 Minuten

Junger Schäferhund kratzt sich auf einer Wiese

Ein starker Juckreiz beim Hund und häufiges Kratzen oder Reiben lässt die Alarmglocken vieler Hundefreunde aufschrillen: Milben beim Hund lösen äußerst unangenehme Symptome aus und können leider auch schnell auf Menschen und andere Tiere im Haushalt übertragen werden. Erfahre hier, wie du erkennst, ob dein Hund Milben hat und was du dagegen tun kannst.

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Welche Arten von Milben beim Hund gibt es?

Bei den Milben gibt es zahlreiche Arten, die deinen Hund befallen und plagen können. Die folgenden fünf kommen am häufigsten vor:

  • Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis):
    Obwohl die auch Grasmilben, Erntemilben oder Heumilben genannten Winzlinge nur 0,3 Millimeter groß sind, fallen sie durch ihren orangeroten Körper schnell ins Auge. Ihre Larven treten ab März auf und lauern gern im Gras, im Stroh oder auf kniehohen Pflanzen. Sie befallen die Körperstellen deines Hundes, die mit dem Gras in Kontakt kommen: Pfoten, Kopf, Ohren, Beine, Bauch und Brust. Hier suchen sich die Milben vor allem Stellen mit dünner Haut aus, ritzen diese an und geben ein Speichelsekret ab. Der Speichel der Grasmilbenlarve bewirkt genauso wie beim Floh einen mitunter sehr starken Juckreiz. Die Grasmilbe ist kein Blutsauger, denn sie bevorzugt Zellsäfte und Lymphwasser. Sie überträgt zwar keine Krankheiten, ist aber unangenehm für Hund und Mensch gleichermaßen, da sie die sogenannte Erntekrätze bei Menschen und Allergien beim Hund verursachen kann. Der Juckreiz verstärkt sich beim Kratzen und unter Wärme.
  • Ohrmilben (Otodectes cynotis):
    Ohrmilben besiedeln bevorzugt den äußeren Gehörgang deines Hundes und manchmal auch die Haut in der direkten Umgebung des Ohrs. Typisch für einen Befall mit Ohrmilben ist ein starker Juckreiz, der mit Ohrenentzündungen einhergehen kann. Du erkennst einen Ohrmilbenbefall an einem braun-schwarzen bröckeligen Sekret, das an Kaffeesatz erinnert. Ohrmilben sind nur dann gefährlich für deinen Hund, wenn sie in einem fortgeschrittenen Stadium zu Ohrenentzündungen führen. Der starke Juckreiz ist jedoch sehr unangenehm für deinen Vierbeiner und da infizierte Tiere hochansteckend sind, ist eine tierärztliche Behandlung unabdingbar.
  • Raubmilben (Cheyletiellen):
    Raubmilben sind nicht sehr wählerisch, was ihren Wirt angeht und dabei auch noch hochansteckend. Sie befallen Hunde, Katzen, Kaninchen und Menschen gleichermaßen. Die Ansteckung erfolgt meist durch direkten Kontakt mit einem befallenen Tier, doch auch über eine verseuchte Umgebung oder Gegenstände können Raubmilben übertragen werden. Sie leben im Fell deines Hundes und ernähren sich von Gewebsflüssigkeiten. Dabei verursachen sie unterschiedlich starken Juckreiz. Besonders betroffen sind meist Rumpf und Schultern deines Vierbeiners. Den meisten Besitzer:innen fällt ein Raubmilbenbefall durch trockene Schuppen auf, die sie beim Streicheln des Rückens entdecken. Die Milben selbst sehen den Schuppen sehr ähnlich. Sie werden durch ein Hautgeschabsel oder mit Hilfe der Klebestreifentechnik unter dem Mikroskop diagnostiziert.
  • Räudemilben oder Grabmilben (Sarkoptes scabiei var. canis):
    Räudemilben sind wirtsspezifisch – sie kommen hauptsächlich bei Hunden, Füchsen oder Mardern vor. Sie sind hochansteckend, wobei die Übertragung meist von Tier zu Tier erfolgt, aber auch über die Umgebung möglich ist. Das Weibchen gräbt einen Tunnel in die Haut deines Hundes und legt dort Eier und Kot ab. Dieses Vorgehen kann zu Hautirritationen führen, aber auch allergische Reaktionen auslösen. Die bedauernswerten Vierbeiner, die von Räudemilben befallen werden, leiden unter einem unstillbaren Juckreiz. Rote Flecken an Ellbogen und Bauch sind meist die ersten Symptome, die aufmerksamen Halter:innen ins Auge fallen. Später folgt Haarlosigkeit, verdickte Haut an den Ohren und im Verlauf am gesamten Körper. Nachgewiesen werden Räudemilben über ein Hautgeschabsel. Eine tierärztliche Therapie gegen den quälenden Parasiten muss so schnell wie möglich erfolgen.
  • Haarbalgmilben (Demodex canis):
    In geringer Anzahl sind Haarbalgmilben, die auch unter der Bezeichnung Demodex-Milben bekannt sind, natürliche Hautbewohner behaarter Säugetiere. Sie lösen keine Symptome aus und leben in den Haarfollikeln und Talgdrüsen deines Hundes. Dort ernähren sie sich von Zellabfall und Gewebsflüssigkeit. Demodex-Milben werden bereits vom Muttertier auf den Welpen übertragen. Nur wenn sie sich exzessiv vermehren können sie die Erkrankung Demodikose auslösen. Die Demodikose tritt in zwei Formen auf: eine lokalisierte, leichte Form und eine generalisierte, schwere Form, die zu Haarverlust, Krusten- und Geschwürbildung führen kann. Häufig erkennt man eine Demodikose beim Hund am Haarverlust um die Augen – es bildet sich eine Art Brille. Beide Formen sind behandlungsbedürftig.

Symptome: Woher weiß ich, ob mein Hund Milben hat?

Die meisten Milbenarten lösen bei deinem Hund einen mehr oder minder starken Juckreiz aus. Bemerkst du also, dass dein Hund sich häufiger kratzt, den Kopf am Boden reibt oder auch den Kopf schüttelt, weil es ihn in den Ohren juckt, ist Ursachenforschung gefragt.

Milben beim Hund führen oft zu schuppiger oder verkrusteter Haut und geröteten, teilweise entzündeten Hautpartien, die durch häufiges Kratzen noch weiter in Mitleidenschaft gezogen werden. Je nach Ausprägung des Milbenbefalls können sich auch Pusteln oder Papeln auf der Haut deines Hundes bilden. Als typisches Symptom für Milben beim Hund kommt außerdem oft Haarausfall hinzu, der sich sogar in Form von kahlen Stellen, an denen dein Hund sein Fell vollständig verliert, äußern kann.

Milben beim Hund erkennen: Kann man Milben sehen?

Manche Milbenarten kannst du mit bloßem Auge erkennen. In den Ohren weisen zum Beispiel an Kaffeesatz erinnernde Ablagerungen auf einen Befall mit Ohrmilben hin. Auch Grasmilben kannst du mit einem einfachen Test aufspüren: Stelle deinen Hund auf ein weißes Tuch und bürste ihn mit einem Flohkamm aus. Vielleicht fallen dir schon beim Bürsten rote Pünktchen im Fell auf. Wenn nicht, klopfe den Kamm auf dem Tuch aus, wo die roten Punkte besser sichtbar sind. Jeder Milbenbefall muss tierärztlich abgeklärt und behandelt werden.
Zum Nachweis wird bei den meisten Milbenarten ein oberflächliches Hautgeschabsel genommen oder ein Klebestreifenpräparat. Bei Verdacht auf Ohrmilben wird ein Abstrich aus dem Ohr genommen. Eine eindeutige Diagnose ist wichtig für eine zielgerichtete Therapie, die bei Milben sehr unterschiedlich ausfallen kann.

Ein Hund ist beim Tierarzt und bekommt seine Ohren untersucht.

Kann ein Hund Milben auf den Menschen übertragen?

Einige Milben sind nicht nur eine Plage für deinen Vierbeiner, sondern können auch vom Hund auf den Menschen übertragen werden. Dazu gehören zum Beispiel Pelzmilben und Räudemilben. Demodex-Milben (Haarbalgmilben) befallen hingegen nur behaarte Säugetiere und können demnach zwar auf andere Vierbeiner übergehen, werden jedoch nicht auf Menschen übertragen. Auch Grasmilben wandern in der Regel nicht unbedingt vom Hund auf den Menschen, obwohl Menschen auch direkt von ihnen befallen werden können. Um das Risiko einer Ansteckung mit Milben zu minimieren wenn dein Hund Milben hat, solltest du im Umgang mit deinem infizierten Vierbeiner auf ein erhöhtes Maß an Hygiene achten. Regelmäßiges Händewaschen, Staubsaugen und Desinfizieren von Polstern und Textilien, die dein Hund genutzt hat, sorgen für eine reduzierte Ansteckungsgefahr bei allen Familienmitgliedern.

Behandlung: Was kann man gegen Milben beim Hund machen?

Ein Milbenbefall beim Hund erfordert immer und in jeder Ausprägung eine tierärztliche Behandlung. Da Raub-, Räude- und Haarbalgmilben hochansteckend sind, musst du sogar nicht nur den betroffenen Hund, sondern alle im Haushalt lebenden Tiere mitbehandeln. Meist findet die Therapie in mehreren Intervallen statt, damit sichergestellt ist, dass die Parasiten in allen Entwicklungsstadien abgetötet werden. Für eine erfolgreiche Behandlung von Milben beim Hund ist es wichtig, dass du dich genau an die Behandlungsintervalle hältst. Sonst könnte die gesamte Therapie umsonst gewesen sein.

Neben der tierärztlichen Behandlung ist eine intensive Reinigung deiner Wohnung ein wichtiger Therapiebaustein im Kampf gegen Milben beim Hund. Lass dich in deiner Tierarztpraxis beraten, welche Maßnahmen bei welcher Milbenart notwendig sind und ob du beim Putzen bestimmte Desinfektionsmittel verwenden solltest.
Zur Bekämpfung mancher Milbenarten kommt wie bei Flöhen auch der Einsatz eines Foggers in Betracht. Diese kleinen Geräte ähneln Spraydosen und vernebeln (englisch: fog = Nebel) einen Raum automatisch mit Insektiziden, die mit einer Wirkstoffkombination zum einen ausgewachsene Milben und anderes Ungeziefer abtöten und zum anderen das Wachstum von Eiern und Larven hemmen.

Eine wichtige Hygienemaßnahme ist das tägliche Nasswischen aller Fußböden und Absaugen aller Teppiche und Polster. Auch solltest du Hundebettchen, Kissen, Hundedecken, Kuscheltiere und Ähnliches bei mindestens 60 Grad Celsius mehrfach pro Woche waschen, um den Milbenbefall einzudämmen.

Mittel gegen Milben beim Hund: Tabletten, Shampoo, Spot-ons

Für die Behandlung von Milben beim Hund gibt es verschiedene Medikamente und Milben-Mittel: Milben-abtötende (akarizide) Wirkstoffe werden in Form von Milben-Shampoos, Gelen, Sprays und Pudern ebenso wie als Tabletten und Spot-on-Präparate gegen Milben eingesetzt. Demodex-Milben und Räudemilben können beispielsweise mit Kau-Tabletten behandelt werden. Häufig müssen bei einem Milbenbefall auch die sekundär aufgetreten Symptome mitbehandelt werden, also zum Beispiel die Hautinfektionen, die durch das Kratzen entstanden sind.

Milben: Hund mit Hausmitteln behandeln

Wenn dein Hund Milben hat, reicht eine Behandlung mit Hausmitteln leider oft nicht aus, um den Milbenbefall nachhaltig zu stoppen. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, mit denen du deinen Hund bei einem Milbenbefall helfen kannst – sprich allerdings unbedingt vorher mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin ab, welche Hausmittel gegen Milben du bedenkenlos verwenden kannst.

Hausmittel gegen Milben beim Hund

  • Gegen juckende Pfoten kann ein Pfotenbad, hergestellt aus Kernseife und warmen Wasser, helfen. Hinterher solltest du die Pfoten deines Hundes gründlich abspülen.
  • Olivenöl, schwache (!) Alkohollösung und Salzwasser sollen gleichfalls gut als Hausmittel gegen das quälende Jucken helfen. Sie desinfizieren darüber hinaus leicht.
  • Reibe die Bissstellen mit desinfizierenden und Juckreiz stillenden Salben ein. Auch Aloe Vera kühlt und beruhigt gereizte Haut.
  • Kokosöl wird gern als natürliches Abwehrmittel gegen Flöhe, Zecken und auch Milben beim Hund verwendet. Der Geruch von Kokosöl ist für viele Parasiten und Insekten unangenehm und die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure kann deren Chitinpanzer zersetzen. Wenn du deinen Hund regelmäßig mit Kokosöl einreibst, kann das also dabei helfen, die Milben loszuwerden.

Vorbeugen: Wie schütze ich meinen Hund vor Milben?

Mit einer regelmäßigen Zeckenprophylaxe beugst du praktischerweise auch gegen die meisten Milbenarten vor. Am wirksamsten sind hierbei Spot-on-Präparate und Medikamente in Tablettenform. Kontrolliere regelmäßig die Ohren deines Hundes auf Beläge und begutachte bei der Fellpflege kritisch Haut und Haar. Je früher dir Veränderungen auffallen, desto weniger aufwändig ist die Behandlung.
Achte außerdem darauf, wo und mit wem dein Hund sich herumtreibt. Viele Milbenarten werden von Tier zu Tier übertragen, also sei wachsam und beobachte auch das Verhalten anderer Vierbeiner, die mit deinem Hund in Kontakt kommen.
Generell tust du deinem vierbeinigen Liebling etwas Gutes, wenn du sein Immunsystem fit hältst – unter anderem durch hochwertiges Futter, eine gute Auslastung und optimale Haltungsbedingungen.

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