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Grasmilben beim Hund – Juckreiz stillen und vorbeugen

16.11.2023 - Lesedauer: 6 Minuten

Hund rollt sich mit Beinen in der Luft auf dem Rasen

Grasmilben befallen deinen Hund vor allem im Sommer und Herbst. Sie werden deshalb auch Herbstgrasmilben, Herbstmilben, Heumilben oder Erntemilben genannt.

Im Sommer und Herbst lauern sie im hohen Gras und warten darauf, sich an vorbeistreifenden Hundebeinen festklammern zu können: Grasmilben, auch unter dem Namen Herbstgrasmilben, Erntemilben oder Herbstmilben bekannt, lösen mit ihren Bissen einen starken Juckreiz aus. Wie du deinen Vierbeiner vor Grasmilben schützen kannst und was zu tun ist, wenn sie deinen Hund befallen haben, erfährst du hier.

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Grasmilben, Herbstmilben, Erntemilben – viele Namen, eine Milbenart

Grasmilben (Neotrombicula autoumnalis) gehören zu den bekanntesten Arten von Milben, besonders unter Hundehalter:innen. Sie kommen fast überall in Mitteleuropa vor und machen sich durch stark juckende Bisse bemerkbar. Genau genommen sind es allerdings die nur etwa 0,2 bis 0,3 Millimeter großen, orangeroten Larven der Grasmilben, denen besonders unsere Vierbeiner schnell zum Opfer fallen. Ausgewachsene Grasmilben leben unter der Erde und stellen für Hunde und andere Säugetiere somit kein Problem dar. Die Grasmilben-Larven hingegen schlüpfen im Sommer und Herbst aus Eiern, die im Boden von Wiesen und Feldern liegen. Aus diesem Grund sind Grasmilben auch unter dem Namen Herbstgrasmilben, Herbstmilben, Heumilben oder Erntemilben bekannt. Da sie sich von Zellsaft und Lymphflüssigkeit ernähren, sind die Grasmilben-Larven auf andere Lebewesen angewiesen, die sie für die Nahrungsaufnahme beißen können, und legen sich sprichwörtlich auf die Lauer nach neuen Opfern.

Woher bekommt ein Hund Grasmilben?

Um möglichst schnell an einen geeigneten Wirt zu gelangen, klettern Grasmilben-Larven vorzugsweise an trockenen Grashalmen empor, von wo aus sie leicht auf vorbeistreifende Beine übergehen können. Läuft dein Hund also über eine Wiese, auf der Grasmilben-Larven lauern, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit von ihnen befallen zu werden. Besonders an warmen, trockenen Tagen laufen die Grasmilben-Larven zur Höchstform auf. Obwohl deutlich mehr freilaufende Tiere unter einem Grasmilben-Befall leiden, können die kleinen Spinnentiere ebenso gut auf einen menschlichen Wirt übergehen. Auch wenn Grasmilben potenziell überall in Mitteleuropa vorkommen, treten sie in einigen Gebieten häufiger auf als in anderen. Zu den verstärkt von Grasmilben betroffenen Regionen gehört zum Beispiel der Süden Deutschlands, ebenso wie Teile Hessens und das Rheinland.

Grasmilben Symptome: Wie merke ich, dass mein Hund Grasmilben hat?

Ein typisches Anzeichen für Grasmilben beim Hund ist ein stark ausgeprägter Juckreiz, der sich durch häufiges Kratzen oder auf dem Boden wälzen zeigt. Ausgelöst wird dieser Juckreiz durch den Speichel der Grasmilben, den sie bei ihrem Biss absondern. Der Speichel kann unter Umständen auch eine allergische Reaktion bei deinem Hund hervorrufen, die sich in Form von Hautrötungen, Schwellungen, Pusteln oder sogar Haarausfall äußern kann. Durch das intensive Kratzen besteht außerdem die Gefahr, dass Bakterien in die entstandene Wunde gelangen und dort zusätzlich für Entzündungen sorgen. Grasmilben beißen vor allem an Stellen zu, an denen die Haut dünn ist. Hierzu gehören beim Hund die Pfoten, die Beine, der Bauch und die Ohren.
Grasmilben sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen, weil sie so klein sind. Du kannst jedoch einen einfachen Test machen, bei dem die kleinen Plagegeister zum Vorschein kommen können.

Test: Grasmilben beim Hund

Stelle deinen Hund auf ein weißes Tuch und bürste ihn wie bei einem Flohtest mit einem Flohkamm aus. Vielleicht fallen dir schon beim Bürsten kleine rote Pünktchen im Fell auf. Wenn nicht, dann klopfe den Kamm vorsichtig auf dem Tuch aus. Ist dein Hund von Grasmilben befallen, werden diese als rote Punkte auf dem weißen Untergrund sichtbar.

Ansteckung: Sind Grasmilben beim Hund gefährlich?

Im Gegensatz zu anderen Arten von Milben wie beispielsweise Raubmilben oder Räudemilben sind Grasmilben nicht ansteckend. Eine Übertragung von Hund zu Hund oder gar von Tier zu Mensch (Zooanthroponose) ist relativ unwahrscheinlich, da Grasmilben in der Regel den ersten Wirt beißen, den sie erreichen, und ihr Opfer kurz nach der Nahrungsaufnahme wieder verlassen. Auch übertragen Grasmilben, anders als Flöhe oder Zecken, keine schwerwiegenden Krankheiten. Ein Grasmilben-Befall ist für deinen Hund in den meisten Fällen also äußerst lästig, jedoch abgesehen davon in der Regel harmlos.
In einigen Ausnahmen können durch den Biss der Grasmilben-Larve allerdings auch stärkere Entzündungsreaktionen, die sogenannte Erntekrätze, ausgelöst werden. Zeigt dein Hund starke Hautreaktionen oder gar weitere Symptome, die auf einen schlechten Allgemeinzustand hindeuten, solltest du umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Was kann man gegen Grasmilben beim Hund tun?

Grasmilben beim Hund wirst du oft erst bemerken, wenn dein Vierbeiner anfängt sich zu kratzen. Das passiert allerdings meist erst einige Stunden, nachdem die kleinen Quälgeister schon zugebissen haben. Am besten kannst du deinem Hund nun helfen, indem du ihn vor weiteren Bissen schützt und die juckenden Hautstellen beruhigst. Auskämmen mit einem Flohkamm oder auch eine gründliche Dusche mit klarem Wasser können Grasmilben, die sich noch nicht festgebissen haben, vom Hundekörper entfernen.

Mittel gegen Grasmilben beim Hund: Was hilft gegen Grasmilben?

Entdeckst du Grasmilben bei deinem Hund, können verschiedene Mittel angewendet werden, um die unerwünschten Besucher loszuwerden. Beachte jedoch, dass Grasmilben nach der Nahrungsaufnahme ohnehin bald von ihrem Wirt abfallen. Wäge daher gut ab, ob noch aktiver Handlungsbedarf besteht und chemische Abwehrmittel zum Einsatz kommen müssen oder ob du dich eher auf die Versorgung der juckenden Hautstellen konzentrieren solltest. Eine fachkundige Einschätzung hierzu erhältst du in deiner Tierarztpraxis.

Ein effektives Mittel gegen Grasmilben beim Hund ist hochprozentiger Alkohol (Ethanol), denn der Alkohol tötet die Milbenlarven ab. Eine Behandlung mit Alkohol kann für deinen Vierbeiner allerdings sehr unangenehm sein und ein Brennen auf den ohnehin schon gereizten Hautstellen auslösen. Experimentiere hier also nicht eigenständig herum, sondern lasse deinen Hund fachkundig in der Tierarztpraxis untersuchen.

Im Handel kannst du außerdem verschiedene frei verkäufliche Präparate wie Milben-Spray oder Spot-ons für Hunde erwerben, die Grasmilben abwehren. Sie können sowohl bei einem bestehenden Milbenbefall als auch vorsorglich als Repellent angewendet werden. Auch hier liefert dir eine Beratung in der Tierarztpraxis nicht nur die besten Empfehlungen, sondern bei Bedarf auch gleich das passende Mittel gegen Grasmilben.

Grasmilben: Hund mit Hausmitteln behandeln

Wenn dein Hund Grasmilben hat, kannst du versuchen, ihn mit natürlichen, beruhigenden Hausmitteln dabei zu unterstützen, den Juckreiz auszuhalten. Beachte dabei jedoch, dass nicht alle Hausmittel bei jedem Hund gleichermaßen effektiv sind und ihre Wirksamkeit in den meisten Fällen nicht wissenschaftlich belegt ist. Sprich dich im Zweifelsfall also lieber kurz mit dem Tierarzt oder der Tierärztin deines Vertrauens ab, bevor du etwas ausprobierst, das deinem vierbeinigen Liebling vielleicht nicht guttut.

Hausmittel gegen Grasmilben beim Hund

Kokosöl
Kokosöl gilt unter Hundehalter:innen inzwischen als universelles Hausmittel gegen alle möglichen Arten von Ektoparasiten. Grund dafür ist die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure, die eine äußerst abschreckende Wirkung auf Zecken, Flöhe und Milben haben soll und deren Chitinpanzer zerstören kann. Zudem wirkt Laurinsäure entzündungshemmend und antimikrobiell, was ein positiver Nebeneffekt für die bereits entzündeten Hautstellen bei deinem Vierbeiner sein kann. Wenn du deinen Hund regelmäßig mit Kokosöl einreibst, kann ihn das auf natürliche Weise gegen Milben und andere Parasiten schützen.

Neemöl
Neemöl wird ebenfalls gern als natürliches Hausmittel gegen Grasmilben, Zecken und Flöhe eingesetzt. Es kann als Spray oder Zusatz zum Hundeshampoo verwendet werden und wirkt aufgrund seines Geruchs abschreckend auf viele Insekten. Der im Neemöl enthaltene Wirkstoff Azadirachtin hemmt außerdem die Entwicklung der Larven. Beachte jedoch, dass der Geruch von Neemöl auch für deinen Hund eher unangenehm sein kann.

Pfotenbad mit Kernseife
Besonders häufig sind die Pfoten deines Hundes von Grasmilben-Bissen betroffen. Ein warmes Wasserbad mit Kernseife kann den Juckreiz lindern und gleichzeitig noch vorhandene Grasmilben aus dem Fell lösen. Achte darauf, deinen Vierbeiner anschließend gut mit klarem Wasser abzuspülen.

Aloe Vera
Eine Salbe oder Lotion aus Aloe Vera kann beruhigend auf die gereizten Hautstellen deines Hundes wirken und den Juckreiz lindern. Achte jedoch darauf, dass du nur Mittel verwendest, die für den Einsatz bei Hunden oder anderen Haustieren geeignet sind. Präparate für Menschen beinhalten neben dem heilsamen Saft der Aloe Vera Pflanze häufig noch weitere Bestandteile, die nicht bei Tieren zur Anwendung kommen sollten. Ein Aloe Vera-Spray für Hunde kann eine gute Alternative zu Salben oder Lotionen sein.

Wichtig:
Bevor du die beschriebenen Hausmittel eigenhändig an deinem Hund testest, solltest du unbedingt tierärztlichen Rat einholen und dich über mögliche Risiken für deinen Vierbeiner informieren.

Vorsorge: Wie kann ich meinen Hund vor Grasmilben schützen?

Das beste Mittel gegen Grasmilben beim Hund ist es, einem Befall so gut wie möglich vorzubeugen. Dazu kannst du ein paar einfach Regeln befolgen, die das Risiko reduzieren, dass dein Hund Grasmilben abbekommt:

  • Wähle während der Herbstgrasmilben-Saison (je nach Witterung von Juni bis Oktober) Gassi-Strecken auf befestigten Wegen und lasse deinen Hund möglichst nicht über Wiesen mit hohem Gras laufen.
  • Dusche deinen Hund nach einem Spaziergang entlang von Wiesen und Waldrändern mit klarem Wasser ab.
  • Wenn du in deinem eigenen Garten Rasenflächen hast, halte das Gras möglichst kurz und entsorge den Rasenschnitt sofort nach dem Mähen. Auch regelmäßiges Wässern des Rasens kann helfen, da Grasmilben sich besonders in einer warmen, trockenen Umgebung wohlfühlen.
  • Nutze natürliche Hausmittel oder Spot-ons mit abschreckender Wirkung, um deinen Hund vor Grasmilben und anderen Parasiten zu schützen.
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