Serval: kein Haustier fĂŒr die Hobbyhaltung
31.01.2025 - Lesedauer: 3 Minuten

Der Serval ist eine Wildkatze, deren Haltung mit Auflagen und professionellen Kenntnissen verbunden ist.
Mathias Ahrens/500px via Getty Images
Servale sind afrikanische Wildkatzen â kleiner als Löwen oder Geparde, aber alles andere als zahm. Dennoch halten vereinzelt Privatpersonen Servale als Haustiere. Oft dient dies der Zucht von sogenannten Savannah-Katzen durch Kreuzungen mit Siamkatzen. Einen Serval artgerecht zu halten, ist eine höchst anspruchsvolle Aufgabe, die der durchschnittliche Katzenfreund kaum erfĂŒllen kann. Ăberdies ist die Haltung meldepflichtig und mit Auflagen verbunden.
Serval: Charakter
Bei Servalen handelt es sich um EinzelgĂ€nger. Nur in der Paarungszeit sind sie zu zweit unterwegs. Die Tiere sind dĂ€mmerungsaktiv, immer wachsam und geschickte PirschjĂ€ger. Servale behalten stets ihren Wildtiercharakter und gelten als nicht domestizierbar. Demnach sind sie scheu, zurĂŒckhaltend, dominanter und aggressiver als Hauskatzen, wenngleich im Einzelfall eine gewisse Vertrautheit mit bekannten Menschen zustande kommen kann, etwa bei Handaufzuchten. GegenĂŒber solchen Bezugspersonen kann sich ein Serval verschmust und spielfreudig zeigen. Wenn die Wildkatze der Spieltrieb packt, geschieht das vorzugsweise nachts und mit entsprechendem Temperament. Oft dient die Haltung des Servals der Zucht von sogenannten Savannah-Katzen durch Kreuzungen mit Siamkatzen.
SteckbriefServal
Rasse | Serval |
Herkunft | afrikanische Savanne |
GröĂe | 75 bis 100 Zentimeter (Kopf-Rumpf-LĂ€nge), 45 bis 62 Zentimeter Schulterhöhe |
Gewicht | 9 bis 18 Kilogramm (Kater), 7 bis 12 Kilogramm (Katze) |
Körperbau | schlank, hochbeinig, langer Hals |
Kopfform | kleiner SchĂ€del mit groĂen âFledermaus-Ohrenâ |
Augen | brĂ€unlich, grĂŒnlich |
Fell und Farbe | runde Flecken auf ocker-/sandfarbenem Grund |
Fellpflege | gelegentliches BĂŒrsten (bei handzahmen Tieren!) |
Charakter | einzelgĂ€ngerisch, wild, zurĂŒckhaltend |
Besonderheiten | sehr lange Beine, kurzer Schwanz |
Haltung | Gehegehaltung mit Sondergenehmigung |
Haltung und Pflege des Servals
Vorweg: Ein Serval eignet sich nicht als Stubentiger, selbst wenn du auf Schmuse- und Spieleinheiten verzichtest. Als Raubkatze lĂ€sst er sich nur in Ausnahmesituationen im Kittenalter stubenrein erziehen. Das Tier benötigt ein groĂes, ausbruchsicheres AuĂengehege (mindestens 50 bis 100 Quadratmeter) mit beheizbarer Innenanlage, BĂ€umen zum Klettern und einer groĂen Wasserstelle. Abgesehen von diesen rein rĂ€umlichen (und finanziellen) Voraussetzungen ist die Servalhaltung in Deutschland genehmigungspflichtig, in Bayern und Hessen sogar ganz verboten. Die Haltungsbedingungen entsprechen eher denen eines Zootieres als einer Hauskatze.
Besondere Aufmerksamkeit bedarf die ErnĂ€hrung von Servalen: Die Tiere benötigen unbedingt frisches Fleisch, du musst Servale also mit Rohfutter versorgen (barfen). Ohne umfangreiches Fachwissen kannst du die ernĂ€hrungsphysiologischen BedĂŒrfnisse des Servals nicht erfĂŒllen.
FĂŒr Kinder und Haustiere sind Servale keinesfalls geeignete SpielgefĂ€hrten. Die Wildkatze kann selbst eine gröĂere Hauskatze bereits im Spiel ernsthaft verletzten. Zudem markieren Servale ihr Revier und gegebenenfalls ihren menschlichen Halter.
Wenn du dich trotz allem nicht von der Anschaffung eines solchen Tieres abbringen lĂ€sst, leg bitte gröĂten Wert auf einen nachvollziehbaren Herkunftsausweis â allzu oft werden Wildkatzen illegal gehandelt. Wichtig: Informier dich vorab umfassend ĂŒber die behördlichen Auflagen in deiner Region.
Farben des Servals
Der Grundton des Servals ist immer ocker- beziehungsweise sandfarben. Ăber den Körper verteilen sich schwarze Flecken, die in der GröĂe stark variieren. So gibt es Exemplare mit Tupfenmuster, die dunklen Partien können aber auch so groĂ ausfallen und ineinander ĂŒbergehen, dass solche Servale aus der Entfernung gestreift oder gar schwarz wirken. Auf der RĂŒckseite der Ohren befinden sich weiĂe Flecken, sogenannte Wildflecke.
Die Geschichte des Servals
Servale waren einst in ganz Afrika mit Ausnahme der WĂŒstengebiete verbreitet; heute sind die Populationen in den nördlichen LĂ€ndern des Kontinents verschwunden. Servale sind typische Savannenbewohner, die fĂŒr die Jagd auf Kleintiere, Fische und Vögel hochgewachsene GrasflĂ€chen und Wasserstellen bevorzugen. Servale in freier Wildbahn gelten zwar nicht als akut bedroht, allerdings macht der Schwund des natĂŒrlichen Lebensraums ihnen zu schaffen.
Besonderheiten des Servals
Servale haben ein fast unfassbares Sprungvermögen: Um Vögel aus der Luft zu greifen, können sie bis zu drei Meter senkrecht hochspringen, in der Distanz kommen sie auf 3,60 Meter. Aus diesem Grund muss ein Servalgehege sehr hoch und ausbruchsicher umzĂ€unt werden. In Proportion zum ĂŒbrigen Körper hat der Serval von allen Katzen die lĂ€ngsten Beine, aber einen eher kurzen Schwanz.