Die Thaikatze: das Revival des âMonddiamantenâ
31.01.2025 - Lesedauer: 5 Minuten

Die Thaikatze Àhnelt der Siamkatze sehr - um ihr gerecht zu werden, solltest du schon etwas Katzenerfahrung mitbringen.
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Auf den ersten Blick verwechselst du sie vielleicht mit einer Siamkatze â und das wĂ€re wenig verwunderlich. Denn die heute als âThaikatzeâ bekannte Rasse entsprang dem zĂŒchterischen Bestreben, die âmoderneâ Siam optisch wieder an ihre ursprĂŒngliche Ausgangsrasse anzugleichen. Die Thaikatze wird daher gelegentlich auch als âtraditionelle Siamkatzeâ bezeichnet. Entsprechend anspruchsvoll erweist sich die schöne Exotin als Haustier â etwas Erfahrung solltest du als Halter dieser Rasse mitbringen.
Thaikatze: Charakter
Ihre enge Verwandtschaft mit der Siamkatze kann die Thaikatze nicht verbergen: Sie ist eigensinnig und temperamentvoll, zugleich jedoch anhĂ€nglich und verlangt viel Aufmerksamkeit. Bekommt sie die nicht, macht sie ihrem Unmut unmissverstĂ€ndlich Luft und kann dabei sehr laut werden. Sie neigt zu Dominanz und fĂ€llt durch ein starkes Durchsetzungsvermögen und ein âbesitzergreifendesâ Wesen auf.
Die Thaikatze ist eine sensible, anhĂ€ngliche Samtpfote, die in ihrer Menschenbezogenheit regelrecht âhundeartigâ wirkt und sich sehr auf ihren auserkorenen âDosenöffnerâ fixiert. Manche vergleichen die Rassekatze mit einem Kleinkind, das ihnen nicht von der Seite weicht und unentwegt plappert. Mit Kindern und Hunden im Haushalt hat die Thaikatze fĂŒr gewöhnlich keine Probleme.
Die schöne Pointkatze zeigt sich stets neugierig und aufgeschlossen: Alles Unbekannte untersucht sie ausgiebig und begutachtet es âfachkĂ€tzischâ. Dabei stellt sie sich ĂŒberaus geschickt an: Sie findet zum Beispiel schnell heraus, wie man TĂŒren öffnet. Manche Thaikatzen werden mit etwas Geduld sogar leinenfĂŒhrig und begleiten ihren Menschen auf SpaziergĂ€ngen ins Freie.
Eine Thaikatze ist eine Hausgenossin, um die du dich intensiv kĂŒmmern solltest â und selbst dann braucht sie unbedingt die Gesellschaft eines Artgenossen. Optimalerweise nimmst du Wurfgeschwister zu dir oder wĂ€hlst fĂŒr deine Thai eine Katze mit Ă€hnlicher Persönlichkeit als Mitbewohnerin aus.
SteckbriefThaikatze
Rasse: | Thaikatze |
Herkunft: | Thailand |
GröĂe: | mittelgroĂ (zwischen 30 und 35 Zentimeter Widerristhöhe) |
Gewicht: | zwischen 3 und 4,5 Kilogramm (Katze) beziehungsweise 4 und 5 Kilogramm (Kater) |
Körperbau: | krÀftig, muskulös, elegant, breite, leicht gerundete Brust |
Kopfform: | keilförmig, flache Stirn, leicht einwĂ€rts gekrĂŒmmte Wangen, mĂ€Ăig groĂe Ohren mit ovalen Spitzen und mittelhohem Ansatz |
Augen: | ovale Augen, ausschlieĂlich blau |
Fell und Farbe: | kurz mit leichtem Unterfell; Seal Point, Chocolate Point, Blue Point, Lilac Point sind allgemein anerkannt |
Fellpflege: | mit weicher BĂŒrste oder feuchtem Leder abstreifen |
Besonderheiten: | âRĂŒckzĂŒchtungâ zum historischen Siam-PhĂ€notyp |
Haltung: | Wohnungshaltung mit Zugang zu Balkon oder Garten |

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Haltung und Pflege der Thaikatze
Erbkrankheiten in Folge einer ĂberzĂŒchtung sind bei der Thaikatze konkret nicht bekannt, es bestehen allerdings gewisse Dispositionen fĂŒr Krankheiten, die Pointkatzen im Allgemeinen betreffen. Dazu gehören Strabismus (Schielen) und Nystagmus (Augenzucken), beides ausgelöst durch Melaninmangel infolge von Albinismus.
Siamkatzen neigen zu einer Reihe von AnfĂ€lligkeiten fĂŒr rassetypische Krankheiten, unter anderem Herz-, Nieren- und Augenkrankheiten sowie Fettspeichererkrankungen. Die enge Verwandtschaft beider Linien erhöht möglicherweise auch die Disposition deiner Thai fĂŒr diese Erkrankungen. Bleibt deine Thai gesund, liegt ihre Lebenserwartung bei etwa 16 Jahren.
Die Pflege des kurzen Haarkleides der Thaikatze wird dir keine groĂe MĂŒhe bereiten: Es genĂŒgt, wenn du ihr Fell einmal in der Woche mit einer GummibĂŒrste abstreichst. Alternativ verwende dafĂŒr ein leicht angefeuchtetes StĂŒck Leder. Da die Thaikatze kaum Unterwolle besitzt, reagiert sie empfindlich auf KĂ€lte und feuchte Witterung. Ein Leben als FreigĂ€ngerin empfiehlt sich in unseren Breitengraden daher fĂŒr diese Rassekatze nicht.
Ersatzweise benötigt deine Thaikatze Möglichkeiten, sich indoor auszupowern: Vor allem Klettermöglichkeiten nutzt sie gern. Auch rasante Jagd- und Versteckspiele kommen dem Temperament der cleveren Fellnase entgegen.
Farben der Thaikatze
Die Thaikatze gehört â wie ihr GegenstĂŒck, die Siamkatze â zu den Pointkatzen. Die erlaubten Farben und Zeichnungen sind bei beiden Rassen identisch. Bei der âPointierungâ handelt es sich um eine Mutation, die zu einem sogenannten âTeilalbinismusâ fĂŒhrt. Die tatsĂ€chliche Grundfarbe der Katze zeigt sich an Maske, Ohren, Beinen und Schwanz. Am ĂŒbrigen Körper bewirkt eine Stoffwechselstörung, dass das Enzym, das fĂŒr die Bildung von Farbpigmenten verantwortlich ist, nur mangelhaft funktioniert. Dieses Enzym reagiert zudem mit der KörperwĂ€rme der Katze und bewirkt die AusfĂ€rbungen an den etwas kĂŒhleren Körperpartien.
Unter Thaikatzen existiert eine ganze Reihe möglicher Pointfarben â im Rassestandard anerkannt sind allerdings nur vier davon: Seal Point (schwarze GrundfĂ€rbung), Blue Point (âverdĂŒnntesâ schwarz), Chocolate Point (Schokoladenbraun), und Lilac Point (âverdĂŒnntesâ Braun).
Weitere Varianten wie Cream Point, Red Point, Fawn Point, Cinnamon Point, Apricot Point und Caramel Point werden in den meisten Standards nicht akzeptiert. Die besondere Variante âForeign Whiteâ (reinweiĂ) ist ebenfalls nicht anerkannt.
Die Körperfarbe der Thaikatze rangiert von Eisgrau ĂŒber Elfenbeinfarben bis hin zu Creme und BlĂ€ulich-WeiĂ. An Musterungen kommen neben Einfarbigkeit Tabby, Schildpatt sowie âTorbieâ (eine Tabby-Schildpatt-Kombination) hinzu. Diese zeichnen sich allerdings nur an den Points ab.
Ăbrigens:
Pointkatzen wie die Thaikatze werden hell geboren, die Pointzeichnung entwickelt sich erst um das erste Lebensjahr herum vollstĂ€ndig. Einem Kitten kannst du daher seine endgĂŒltige Farbe noch nicht ansehen.
Die Geschichte der Thaikatze
Vorfahrin der modernen Thaikatze ist die sogenannten âWichienmaatâ (âMonddiamantâ), eine seit mindestens 700 Jahren im Gebiet des heutigen Thailand verbĂŒrgte Katzenrasse. Die Wichienmaat verfĂŒgt ĂŒber eine natĂŒrliche Point-FĂ€rbung und kommt in vielen verschiedenen Farbschattierungen vor. Im berĂŒhmten Katzenbuch âTamra Maewâ â einer historischen, ĂŒber mehrere Jahrhunderte entstandenen Schriftsammlung â werden solche Samtpfoten âJuwelenkatzeâ genannt. GemÀà den Ăberlieferungen wird ihr Fell als baumwollfarben beschrieben und nur die Pointvarianten, die dort ausdrĂŒcklich erwĂ€hnt sind, wurden traditionell gezĂŒchtet.
Ausgehend von dieser âoriginalenâ Thaikatze begann vor ungefĂ€hr 200 Jahren die Etablierung eines Katzentyps, den wir heute als âSiamkatzeâ kennen. Im 19. Jahrhundert gelangten die ersten dieser exotischen Samtpfoten nach Europa und in die USA, wo man planvolle Zuchten etablierte. Im Laufe der Zeit förderten die ZĂŒchter bei der Siamkatze Körpermerkmale, die sich deutlich vom Urtyp unterscheiden. So ist die Siamkatze graziler und schlanker als die Wichienmaat, hat einen keilförmigeren Kopf und einen tieferen Ohransatz.
Heute unterscheidet man zwischen der âmodernenâ Siam- und der âtraditionellenâ Thaikatze. Genotypisch sind beide Katzenlinien identisch, ihre Optik weist jedoch besonders im Kopfbereich auffĂ€llige Unterschiede auf. WĂ€hrend die Siamkatzen im Laufe der Zeit durch Zucht immer âeckigerâ, langbeiniger und schlanker wurden, bemĂŒhten sich ZĂŒchter etwa ab den Sechzigerjahren, die Tiere wieder an die historische Optik anzugleichen: rundlicher, muskulöser und kompakter. Lediglich die Farben und die Pointzeichnung wurden beibehalten.
In den Neunzigern stellte eine ZĂŒchterin in den USA die erneuerte âtraditionelle Siamkatzeâ auf Ausstellungen als âThaiâ vor. Doch nicht alle Rassekatzen-VerbĂ€nde lassen die Thaikatze als separate Rasse gelten. Stattdessen wird der neue, eigentlich alte Typ als âUnterartâ der Siamkatze gelistet. Als eigenstĂ€ndige Katzenrasse ist die Thaikatze bei WCF (World Cat Federation), EGCA (European Group Cat Association e.V.), WACC (World Association of Cat Clubs), LOOF (Livre Officiel des Origines FĂ©lines), TICA (The International Cat Association) und FIFe (FĂ©dĂ©ration Internationale FĂ©line) anerkannt.
Besonderheiten der Thaikatze
Du entscheidest dich bewusst fĂŒr eine Thaikatze, um eine âechteâ Siamkatze des alten Typs zu erwerben? Dann prĂŒfe auch den weiter zurĂŒckliegenden Stammbaum sorgfĂ€ltig. Denn vor allem in den Neunzigerjahren kreuzten ZĂŒchter bisweilen optisch Ă€hnliche Rassen wie Burmakatzen oder britische Colourpoints ein, um den PhĂ€notyp der traditionellen Katze zu forcieren. Wer Wert auf Reinrassigkeit legt, sollte daher beim âKleingedrucktenâ aufpassen. Der Anschaffungspreis fĂŒr eine Thaikatze aus seriöser Zucht liegt zwischen 500 und 800 Euro.





