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Curly Coated Retriever schaut nach oben

Curly Coated Retriever – ernsthafter Jagdhund mit einem Herzen für Familie

Der Curly Coated Retriever ist eine alte Jagdhunderasse, die leider nur noch selten zu sehen ist. Die fein gelockten Hunde bestechen mit ihrer Intelligenz, ihrer Kooperationsbereitschaft und ihrem Arbeitswillen. Als reine Freizeit-Begleithunde sind sie deshalb nicht zu empfehlen – sie möchten arbeiten! Wer Spaß am Hundesport hat, Dummy-Arbeit oder Mantrailing ausprobieren möchte und ein bisschen Hundeerfahrung mitbringt, trifft mit dem „Curly“ eine hervorragende Entscheidung.

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Seltener Retriever mit langer Tradition

Historiker sind sicher: Der Curly Coated Retriever ist die älteste aller englischen Retriever-Rassen. Sein Ursprung dürfte im 17. Jahrhundert und damit 200 Jahre länger zurückliegen als die Entwicklung des heute so bekannten Labrador Retrievers.

 

Weiterhin einig sind sich die Experten, dass eine der wesentlichen Ursprungsrassen der English Waterdog war – ein fein gelockter Arbeitshund mit herausragender Leistungsfähigkeit, bestem Apportierinstinkt, großer Intelligenz und einer einzigartigen Liebe für Wasser. Gekreuzt wurden diese ersten „Curlys“ mit dem Grönland-Hund, einem Vorfahren des Neufundländers. Außerdem geht man heute davon aus, dass auch Pointer, Setter, Pudel und vielleicht sogar der Irische Water Spaniel beim Curly Coated Retriever mitgemischt haben.

 

Der Körperbau des zuverlässigen Jagdhunds im 18. Jahrhundert unterscheidet sich kaum zum Zuchtziel von heute. Er ist lediglich etwas größer geworden. Gleiches gilt für den Charakter: Der Curly Coated Retriever ist bis heute ein hervorragend zum Arbeiten veranlagter Apportierhund, der es liebt, mit seinem Menschen zur Jagd zu gehen und zu Hause zum kuscheligen Familienmitglied wird.

Der Charakter des Curly Coated Retrievers

Als einer der ursprünglichsten Retriever vereint der Curly alle Eigenschaften, die man sich von einem Apportierhund wünschen kann. Er ist loyal, sehr anhänglich, fleißig und zuverlässig. Er bringt eine große Portion „Will to Please“ mit, sprich: Er will seinen Menschen gefallen und ist daher sehr gern bereit, mit ihnen zu kooperieren.

 

Sein Wesen ist ausgeglichen und folgsam, aber keinesfalls langweilig. Er hat stets ein waches Auge auf seine Menschen und die Umgebung. Er ist aufmerksam und achtsam, ohne jedoch übermäßig viel zu bellen. Fremden Menschen begegnet er freundlich oder ignoriert sie einfach. In jungen Jahren ist der Curly jederzeit zum Spielen zu motivieren und kann dann auch ein wenig überdrehen. Mit zunehmender Reife und Auslastung wird er ruhiger.

 

Verglichen mit anderen Retriever-Rassen gilt der Curly Coated Retriever als selbstständiger und eigensinniger. Bleiben klare Ansagen in der Erziehung aus, so scheut ein Curly sich nicht, selbst die Führung zu übernehmen und eigene Entscheidungen zu treffen. Das kann vor allem dann zur Herausforderung werden, wenn der motivierte Jäger allein auf die Jagd geht. Eine konsequente Erziehung mit klaren Regeln ist unverzichtbar, um einen alltagstauglichen Curly Coated Retriever zu führen.

Ein Curly Coated Retriever steht am Wegrand

Erziehung und Haltung

Der Curly Coated Retriever ist auch heute noch ein ernsthafter Arbeitshund, der seine Passion im Apportieren findet. Wer kein Jäger ist, kann diese Hunde dennoch auslasten, indem das Dummy-Training im Mittelpunkt der Freizeit mit dem Hund steht. Das Apportieren – das Suchen und Holen des Wildersatzes – ist für die Hunde körperlich und geistig anstrengend. Ein zusätzlicher langer Spaziergang pro Tag ist ausreichend, um einen Curly glücklich und zufrieden zu machen. Im besten Fall ergibt sich auf der langen Runde durch Wald und Wiesen auch die Möglichkeit zum Schwimmen.

 

Richtig ausgelastet und von Anfang an optimal sozialisiert ist der Curly Coated Retriever ein angenehmer und ruhiger Begleiter im Alltag. Ob Bürohund, Begleiter zu Kunden oder einfach als Familienhund – der Curly ist am liebsten immer dabei.

Ziel „Alltagstauglichkeit“ beim Welpentraining

Mit einem Curly Coated Retriever-Welpen zieht ein kleiner Streber ein – es liegt den Zwergen im Blut, es ihren Menschen recht zu machen. Er ist hochintelligent und lernt sehr schnell. Umso wichtiger ist es, sich gut auf die Aufgabe „Welpentraining“ vorzubereiten.

 

Dank seiner Intelligenz wird der Curly meist schnell stubenrein. Wer regelmäßig nach dem Fressen, Schlafen und Spielen nach draußen geht, macht es dem Hundezwerg besonders leicht.

 

Ebenso schnell wie die Stubenreinheit lernt der Curly Grundkommandos wie „Sitz“ und „Platz“. Für den Alltag mit einem Jagdhund sind die Stärken der Impulskontrolle und Frustrationstoleranz jedoch fast noch wichtiger. Hierbei geht es darum, dass der Hund lernt, sich zurückzuhalten und selbst zu kontrollieren, auch wenn ein Spielzeug, Leckerli oder Nachbars Katze noch so verführerisch erscheint. Eine gute Hundeschule wird dieses Training in den Welpenkursen thematisieren. Sie erlaubt es dem Hundezwerg außerdem, andere Hunde zu treffen, um den wichtigen Grundstein der Sozialisierung zu legen. Welpenspielgruppen und ausgesuchte Spielpartner auf der Hundewiese helfen dem Curly, den sozialen Umgang mit anderen Hunden zu erlernen und diesen später im Leben richtig zu begegnen.

Pflege des Curly Coated Retrievers

Die Pflege des Curly Coated Retrievers lässt sich leicht zusammenfassen: Sie ist unkompliziert. Die feinen Locken sind schmutz- und wasserabweisend. Einmal geschüttelt und der Hund ist so gut wie sauber. Achte am besten darauf, dass er sich im Freien schüttelt und nicht erst zu Hause im heimischen Wohnzimmer. Um Verfilzungen zu vermeiden, sollte das Fell einmal pro Woche gebürstet werden. Zu langes Fell wird geschoren. Hier hilft am besten der Besuch in einem professionellen Hundesalon. Dort können auch die Ohren gereinigt und die Krallen gekürzt werden.

Besonderheiten und Gesundheit

Beim Curly Coated Retriever unterscheiden sich Hündin und Rüde meist sehr deutlich in Größe und Gewicht. Es ist deshalb wichtig, nicht nur die Elterntiere beim Züchter genau anzuschauen, um die zu erwartende Größe abzuschätzen. Zusätzlich kann die Wahl des Geschlechts Einfluss auf Größe und Gewicht des zukünftigen, vierbeinigen Begleiters nehmen.

 

Da es momentan nur wenige Züchter für diese Hunderasse gibt, hast du mit Wartezeit zu rechnen. Trotzdem lohnt es sich bei einem anerkannten Züchter zu kaufen. Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) ist die erste Adresse auf der Suche nach einem Welpen aus seriöser Zucht. Gerade bei einer Hunderasse, die von unterschiedlichen Erbkrankheiten belastet ist, gibt die Zuchtselektion und die gesundheitliche Untersuchung der Elterntiere mehr Sicherheit. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen die Hüftgelenks- und Ellenbogendysplasie, die progressive Retinaatrophie, Grauer Star, verschiedene Stoffwechselstörungen wie die Glycogenose sowie Nierenversagen und Epilepsie.

 

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei guter Pflege liegt bei acht bis 13 Jahren.

Steckbrief Curly Coated Retriever

  • Rasse:
    Curly Coated Retriever
  • Herkunft:
    Großbritannien
  • Klassifikation:
    Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde, Sektion 1 Apportierhunde
  • Größe:
    58 bis 64 Zentimeter für Hündinnen, 64 bis 69 Zentimeter für Rüden
  • Gewicht:
    23 bis 32 Kilogramm für Hündinnen, 32 bis 41 Kilogramm für Rüden
  • Körperbau:
    sportlich, muskulös, schlank, langbeinig
  • Augen:
    verschiedene Brauntönen, auch bernsteinfarben
  • Ohren:
    mittelgroße, nach am Kopf hängende Ohren
  • Fell und Farbe:
    schwarzes oder braunes, stark gelocktes, feines Fell
  • Besonderheiten:
    bei regelmäßigem Bürsten kaum haarend
  • Charakter
    freundlich, loyal, anhänglich, selbstbewusst, zurückhaltend, jagdfreudig
  • Gesundheit:
    einige bekannte rassetypische (Erb-)Krankheiten wie Gelenkprobleme, Augenerkrankungen, Epilepsie, Allergien und Stoffwechselstörungen

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