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Silken Windsprite – kleiner Windhund mit großem Herzen

31.01.2025 - Lesedauer: 4 Minuten

Zwei verspielte Hunde rennen fröhlich auf einem Feld mit natĂŒrlicher Landschaft im Hintergrund.

Beim Silken Windsprite handelt es sich um eine relativ junge Rasse, die ursprĂŒnglich aus den USA stammt. Neben der Windhund-Rasse Whippet sollen auch Shelties und Barsois zu seinen Ahnen gehören. Der Silken Windsprite gilt als angenehmer Begleithund, der sehr an seinen Menschen hĂ€ngt, sich im Freien bewegungsfreudig zeigt, im Haus dagegen ruhig und entspannt. Der „Seidige Windkobold“ – so die Übersetzung des Rassenamens – ist fĂŒr ein fröhliches und freundliches Wesen bekannt.

Silken Windsprite – die seidigen Windkobolde aus den USA

Die Geschichte und Herkunft des Silken Windsprite ist bis heute von Mythen umgeben und nicht hundertprozentig gesichert. DNA-Tests belegen, dass Whippets, Barsois und Shelties bei der Entstehung der Rasse mitgemischt haben. Der Legende nach jedoch sind Silken Windsprites lediglich „Longhaired Whippets“, also eine langhaarige VarietĂ€t der kurzhaarigen Windhunde. So zumindest behauptete es ihr Entdecker, der ZĂŒchter Walter A. Wheeler, der sich ab 1958 unter dem Zwingernamen „Windsprite“ der Zucht von Whippets widmete. Bis zum Schluss bestritt Wheeler, andere Rassen in seine Whippets gekreuzt zu haben, um langhaarige Exemplare zu erhalten. Er habe lediglich ein seltenes Langhaar-Gen wiederentdeckt und durch gezielte Zuchtauswahl in seinen Hunden gefestigt, so seine Version. Dennoch etablierte Wheeler selbst neben der Bezeichnung „Longhaired Whippet“ den Begriff „Silken Windsprite“ als AbkĂŒrzung fĂŒr die Bezeichnung „Silken coated Windsprite Whippets“. Übersetzt bedeutet der Name „Seidiger Windkobold“.

Die ersten Vertreter der Rasse kamen 2001 nach Deutschland – die deutsche WhippetzĂŒchterin Marietta Birr-KĂŒhne importierte einige Tiere aus den USA. Die Nachzucht nannte sie „Silken Windsprite“. Bereits 2004 wurde der Silken Windsprite Club (SWC) gegrĂŒndet, 2014 erkannte der VDH (Verband fĂŒr das Deutsche Hundewesen) die Rasse offiziell an. Weitere LĂ€nder, deren nationale Kennel Clubs den Silken Windsprite als eigenstĂ€ndige Rasse anerkennen, sind Belgien, Österreich, Polen, Schweiz, Slowakei, Tschechien und Ungarn. Die Anerkennung durch die FCI (FĂ©dĂ©ration Cynologique Internationale) steht noch aus.

Eigenschaften und Charakter des Silken Windsprite

Der Silken Windsprite besitzt ein fröhliches und heiteres, jedoch nie ĂŒberdrehtes Wesen. Im Haus verhĂ€lt er sich ruhig und entspannt und schlĂ€ft gern etwas erhöht auf weichen Kissen. Auch ins Bett seiner Menschen kuschelt er sich gern. Silken Windsprites gelten als reserviert und zurĂŒckhaltend gegenĂŒber Fremden, ohne aggressiv zu sein. Sie sind sehr auf ihre Herrchen und Frauchen bezogen. Windsprites brauchen unbedingt Familienanschluss, Körperkontakt und Kommunikation: Sie zeichnen sich durch ihren sozialen Charakter aus und fĂŒhlen sich mit mehreren Hunden derselben Rasse im „Rudel“ wohl.

Fans der Rasse schreiben ihr ein fast katzenhaftes Wesen zu, mit großer EigenstĂ€ndigkeit bis hin zur Sturheit. Die quirlige Seite des Windhunds tritt im Freien zutage: Der Silken Windsprite rennt, spielt und tobt fĂŒr sein Leben gern. Er verfĂŒgt ĂŒber einen gewissen Jagdtrieb, der sich jedoch aufgrund der großen Menschenbezogenheit der kleinen Windhunde mit der richtigen Erziehung managen lĂ€sst.

Zwei Silken Windsprite toben durch den Schnee

Erziehung und Haltung des Silken Windsprite

Der Jagdtrieb dieser Rasse zwingt dich zu einem konsequenten RĂŒckruftraining ab dem Welpenalter. Sitzt der RĂŒckruf, solltest du an der Impulskontrolle arbeiten und die Reize schrittweise erhöhen. Windsprites sind sensibel, zu viel Druck erweist sich als kontraproduktiv. Das nötige RĂŒstzeug bei der Erziehung vermittelt dir ein spezielles Anti-Jagd-Training in einer Hundeschule.

Der Silken Windsprite arbeitet gern mit seinem Menschen zusammen, ist intelligent und lernt schnell. Das stupide Wiederholen der immer gleichen Aufgaben langweilt den seidigen Windhund jedoch. Manche Windsprites lassen sich fĂŒr Hundesport wie Obedience oder Agility begeistern. Auch auf der Rennbahn und beim Coursing (Köderhetze) sind sie anzutreffen.

Windsprites sind keine Extremsportler, sie lieben es eher, ihre Menschen auf Wanderungen zu begleiten oder kurze Radtouren zu unternehmen. Auch wenn Windsprites nicht extrem viel Auslauf benötigen, solltest du ihnen tĂ€glichen Freilauf gewĂ€hren. Ein Haus mit einem großen und vor allem sicher eingezĂ€unten Garten ist daher empfehlenswert.

Wegen seiner Menschenbezogenheit bleibt der Windsprite nur ungern allein. Zudem kann er nur schlecht mit einem stÀndig wechselnden Tagesablauf sowie einem unruhigen oder lauten Umfeld umgehen.

Pflege des Silken Windsprite

Das seidig weiche, meist glatte, manchmal leicht wellige Fell des Silken Windsprite benötigt eine gewisse Pflege. Du solltest deinen Hund daher alle paar Tage bĂŒrsten.

Gesundheit des Silken Windsprite

Silken Windsprites gelten als robust und erreichen ein durchschnittliches Alter von 12 bis 14 Jahren. Wegen der Einkreuzung von Shelties sind zwei Erbkrankheiten bekannt: MDR1-Gendefekt (Multiple Drug Resistance), durch den bestimmte Arzneistoffe ĂŒber die Blut-Hirnschranke in das zentrale Nervensystem ĂŒbertreten und sich dort anreichern, sowie die Augenerkrankung Collie Eye Anomaly. Deswegen solltest du dich – auch wegen des insgesamt kleinen Genpools – an einen seriösen ZĂŒchter wenden, wenn du einem Silken Windsprite ein Zuhause geben möchtest.

SteckbriefSilken Windsprite

Rasse:
Silken Windsprite
Herkunft:
USA
Klassifikation:
Gesellschafts-, Renn- und Coursing-Hunde
GrĂ¶ĂŸe:
44 bis 53 Zentimeter (HĂŒndinnen), 47 bis 55 Zentimeter (RĂŒden)
Gewicht:
7 bis 16 Kilogramm
Körperbau:
Kleiner bis mittelgroßer Windhund mit athletischem Erscheinungsbild und ausgewogenen Proportionen. Das gesamte Äußere vermittelt Eleganz und Anmut. Das Gangwerk ist weitausgreifend und leichtfĂŒĂŸig.
Augen:
dunkel, groß und intensiv; beide Augen mĂŒssen dieselbe Farbe aufweisen
Ohren:
klein und eng am Kopf anliegend; bei Aufmerksamkeit werden die Ohren im ersten Drittel halb aufgerichtet
Fell und Farbe:
weich, glatt oder leicht gewellt, vor allem am Hals dicht und reichhaltig; Befederung an den LÀufen, der Rute und unter dem Bauch; alle FarbschlÀge sind zulÀssig, am hÀufigsten sind rote, sand- oder cremefarbene Tiere sowie Schecken
Besonderheiten:
sehr menschenbezogen
Charakter:
anhĂ€nglich, verschmust, freundlich; Fremden gegenĂŒber reserviert, jedoch nie aggressiv; gemĂ€ĂŸigter Jagdtrieb
Pflege:
regelmĂ€ĂŸiges BĂŒrsten erforderlich
Gesundheit:
Beim Silken Windsprite treten der MDR1-Gendefekt und die Collie Eye Anomaly auf. Ein seriöser ZĂŒchter ist daher empfehlenswert.

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Kennst du auch diese anderen Windhunde-Arten?

  • Deerhound: Der riesige schottische Deerhound zeigt einen wundervollen Charakter und liebt es, Teil des Menschenrudels zu sein. Seine Freundlichkeit und Liebe zu Kindern macht den einstig unerschrockenen Jagd- und Windhund der Highlands zu einem gehorsamen und geduldigen Familienmitglied auf langen SpaziergĂ€ngen bei Wind und Wetter.
  • Galgo Español: Der Galgo Español wird in Spanien heute noch zur Hasenjagd eingesetzt, hierzulande begeistert der hochbeinige Windhund jedoch als treues Familienmitglied mit liebenswertem, unaufdringlichem Charakter. Das EnergiebĂŒndel ist ein perfekter Begleiter fĂŒr Menschen, die gern und ausdauernd unterwegs sind.
  • Irischer Wolfshund: Er ist der GrĂ¶ĂŸte seiner Art und begeistert seine Fans mit Treue und ausgeglichenem Charakter gegenĂŒber Mensch und Tier. Der einstige unerschrockene Begleiter der Adligen zur Hirschjagd zeigt sich bei guter Erziehung als liebevolles und in jungen Jahren bisweilen recht stĂŒrmisches Familienmitglied.
  • Italienisches Windspiel: Graziös, elegant, intelligent und extrem anhĂ€nglich – das Italienische Windspiel fĂ€llt auf und gefĂ€llt durch seinen wundervollen Charakter. Ihre zarte körperliche Konstitution muss vor KĂ€lte und NĂ€sse geschĂŒtzt werden. Trotzdem sind diese Windhunde keine Couch-Potatoes und am besten in sportlichen Familien aufgehoben.
  • Podenco: Die Podencos bilden auf der Iberischen Halbinsel eine weitverzweigte Familie. Sie vereinen das Beste aus Wind- und Jagdhund in sich und werden in ihrer Heimat fĂŒr die Jagd gezĂŒchtet. Sie zeichnet sich durch ihre Lauffreude, Jagdbegeisterung und Eigenwilligkeit aus.

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