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Nahaufnahme eines Barbet mit heraushängender Zunge

Barbet: unerschrockener Schwimmer und stolzer „Bartträger“

Der Barbet ist unter den Rassehunden zwar nicht der Einzige, der mit einem „Bart“ um die Schnauze aufwartet – aber sicherlich einer der markantesten. Zudem gilt der muntere Franzose als echte „Wasserratte“ – ein Faible, das tief in der Geschichte seiner Rasse verwurzelt ist. Die Vierbeiner waren über Jahrhunderte auf die Jagd nach Wasservögeln spezialisiert. Heute begeistern die bärtigen Fellnasen als unkomplizierte Familienhunde. Erfahre hier mehr über den freundlichen Wasserhund.

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Der Barbet – auf Wasserjagd in ganz Europa

Die genaue Abstammungsgeschichte der heute als „Barbet“ bekannten französischen Hunderasse ist nicht in allen Details geklärt. Als wahrscheinlich gilt, dass Vorläufer des Wasserhundes bereits im 6. Jahrhundert mit den Mauren auf die iberische Halbinsel gelangten. Möglicherweise waren es aber auch portugiesische Seefahrer, die Urahnen des Barbets von Reisen aus Skandinavien oder Russland mitbrachten.

 

Schriftquellen jedenfalls deuten auf das Vorkommen eines dem Barbet ähnlichen Hundes in Portugal hin, der sich während des Spätmittelalters über ganz Europa verbreitete. Ganz offensichtlich waren die Eigenschaften, die diese Hunde mitbrachten, allerorten hoch begehrt. Ab dem 16. Jahrhundert ist dann aus französischen Belegen der Name Barbet bekannt und wurde universell geläufig. Wo in Europa Wasserjagd betrieben wurde, war der Barbet mit von der Partie. Parallel wurde er als Wachhund im ländlichen Raum genutzt.

 

Was den Barbet so beliebt machte, sind seine ausgezeichneten Fähigkeiten als Apportier- und Jagdhund für Wasservögel wie Enten oder Gänse. Als unerschrockener, wendiger Schwimmer bringt der Hund erlegtes Federwild sicher an Land oder spürt es zielsicher im Schutz der Ufervegetation auf.

 

Die Popularität des Barbets nahm gegen Ende des 19. Jahrhunderts ab. Nichtsdestotrotz erfolgte die offizielle Anerkennung des Barbets als eigenständiger Hunderasse durch die FCI (Fédération Cynologique Internationale) bereits 1954. Doch erst in den Siebzigerjahren lebte das Interesse am Erhalt der Rasse wieder auf. Allerdings konnte man sich zunächst nicht auf einheitliche Größenstandards einigen, zudem wurden verfälschende Einkreuzungen von Pudeln vorgenommen.

 

Der FCI-Rassestandard wurde in der Zwischenzeit mehrfach überarbeitet, die jüngste Fassung stammt aus dem Jahr 2006. Gegenwärtig ist der Vierbeiner mit dem markanten Gesichtsfell als Familienhund speziell in Europa und Nordamerika verbreitet. In Deutschland triffst du den Barbet zwar immer noch selten an, es gibt aber eine Reihe eingetragener Züchter.

Charakter des Barbets

Der Barbet gilt als überaus freundlicher Hund. Durch seinen friedfertigen Charakter konnte er sich als beliebter Familienhund etablieren, wird aber auch weiterhin als Jagd- und Gebrauchshund eingesetzt. Aufgrund ihrer Menschenbezogenheit erträgt die Fellnase das Alleinsein nicht gut.

 

Seinen Besitzern gegenüber zeigt der Barbet sich kameradschaftlich und anhänglich. Fremden begegnet er ohne Aggressivität, aber in der Regel mit gebührender Distanz, bis er die Person eingeschätzt hat. Die zotteligen Vierbeiner sind sehr kinderlieb und (eine gute Sozialisation vorausgesetzt) ebenfalls gut mit anderen Haustieren verträglich. Du solltest aber im Hinterkopf behalten, dass der Barbet ein Jagdhund mit entsprechenden Instinkten ist.

 

Darüber hinaus erweist sich der Barbet als intelligenter und wissbegieriger Hund, der seine bärtige Nase gern überall hineinsteckt. Alles Unbekannte wird genau untersucht. Es käme ihm jedoch nicht in den Sinn, bewusst Konfrontationen mit dir zu provozieren oder seinen eigenen Kopf durchzusetzen: Dafür ist der Hund zu sehr darauf bedacht, dir zu gefallen.

 

Das heißt jedoch nicht, dass der Barbet in allem absolut gehorsam wäre. Er setzt auf Cleverness: Inkonsequentes Verhalten oder Unsicherheiten deinerseits registriert der Vierbeiner genau und versteht es mit viel Charme, solche Schwächen zu seinen Gunsten auszunutzen. Bei seiner Erziehung sind also liebevolle Strenge und positive Verstärkung, aber keine Härte erforderlich. Letztere würde das Vertrauensverhältnis zwischen dir und deinem Hund beeinträchtigen.

Barbet steht auf einem Feld und blickt zurück

Barbet: Erziehung und Haltung

Der Barbet gilt als unkomplizierter Hund, der sich auch für Hundefans mit geringer Erfahrung eignet. Er ist gesellig und anhänglich, wobei er dazu neigt, sich innerhalb des Familienrudels auf eine bestimmte Bezugsperson zu fixieren. Aufgrund seines Lerneifers und seines ausgeprägten „Will to please“ (also dem Drang, zu gefallen) ist der Barbet einfach zu erziehen. Auch kleine Tricks lernt er schnell.

 

Wenn es etwas gibt, das der Barbet (fast) so sehr liebt wie seinen Menschen, dann ist es das Wasser. Ideal ist es, wenn du dem Hund eine Umgebung bieten kannst, in der er in seinem Element sein kann – etwa mit einem zugänglichen Teich. Auch an Land lässt er unverkennbaren Jagdhund-Charakter erkennen: Er stöbert gern und erschnüffelt interessiert seine Umwelt. Um ihn artgerecht zu beschäftigen, eignen sich vor allem Apportierspiele, Dummy- und Fährtenarbeit. Zudem stellt Hundesport eine gute Auslastung für den quirligen Vierbeiner dar.

 

Darüber hinaus ist der Barbet absolut wetterfest und ein ausgesprochener Outdoor-Hund. Als Halterin oder Halter darfst du somit nicht witterungsempfindlich sein, ausgedehnte tägliche Spaziergänge sind ein Muss.
Gibst du ihm genug Auslauf und Beschäftigungsmöglichkeiten, ist der unkomplizierte Hund auch als Mitbewohner in einer größeren Etagenwohnung denkbar. Besser wäre jedoch, wenn er ganztags Zugang zu einem gesicherten Garten oder Grundstück hätte. Zwingerhaltung scheidet aber kategorisch aus: Der Barbet braucht den engen Kontakt zu seinem Familienrudel.

Pflege des Barbets

Der Begriff „Fell“ bezeichnet die spezielle Haartracht des Barbets nur unzureichend: Diese gleicht eher einem isolierenden „Schutzanzug“, dank dessen der Hund sogar in Eiswasser schwimmen kann. Das Haar ist wollig, kraus und bildet Schnüre. Entsprechend fällt bei der Pflege des Hundes ein etwas höherer Aufwand an. Tägliches Kämmen mit einem breitzinkigen Kamm und einer Bürste ist obligatorisch, um eine gewisse Grundordnung der „Frisur“ zu erhalten und zu entfernen, was sich beim Stromern in der Natur darin verfängt.

 

Vor allem in der heißen Jahreszeit musst du den Barbet regelmäßig scheren – eine Aufgabe, die du gegebenenfalls an einen professionellen Hundesalon delegieren kannst. Wichtig ist zudem, dass das Fell in den Ohren kurz bleibt, damit der Gehörgang belüftet wird und keine Entzündungen entstehen.

Besonderheiten des Barbets

Das markanteste Merkmal des Barbets, das ihn von anderen Rassen mit dichtem Lockenfell unterscheidet, ist der lange Kinn- und Schnauzbart, dem er auch seinen Namen verdankt: „Barbe“ heißt auf Französisch „Bart“. Der Barbet zählt aufgrund seiner Fellstruktur zu den nicht-haarenden Hunderassen – leider ist das jedoch keine Entwarnung für Menschen mit einer Tierhaar-Allergie. Der Barbet gilt als Vorfahre des Pudels und beeinflusste nachweislich die Entwicklung weiterer Jagdhunderassen, darunter der Pudelpointer und der Irish Waten Spaniel. Eine enge Verwandtschaft des französischen Barbet zum Spanischen und Portugiesischen Wasserhund ist unverkennbar.

Steckbrief Barbet

  • Rasse:
    Barbet (alternativ: Französischer Wasserhund)
  • Herkunft:
    Frankreich
  • Klassifikation:
    Apportierhunde/Stöberhunde/Wasserhunde
  • Größe:
    mittelgroß (Rüden: 58 bis 65 Zentimeter, Hündinnen: 53 bis 61 Zentimeter)
  • Gewicht:
    zwischen 17 und 28 Kilogramm (Rüde) beziehungsweise bis 25 Kilogramm (Hündin)
  • Körperbau:
    fester Rücken, gerundete, tiefe Brust, gerundeter Rippenkorb, tief angesetzte, am Ende einen Haken bildende Rute
  • Augen:
    rund, dunkelbraun
  • Ohren:
    tief angesetzt, lang und flach, dicht behaart
  • Fell und Farbe:
    krauses, wolliges Langhaarfell in Schwarz, Weiß, Grau, Falb, Sandfarben, Kastanienbraun, auch gescheckt
  • Besonderheiten:
    üppiger „Schnurrbart“ und Bart am Gesichtsfell
  • Charakter
    ausgeglichen, gesellig, auf Bezugsperson fixiert
  • Pflege:
    pflegeintensives Fell, häufiges Bürsten und professionelles Trimmen erforderlich
  • Gesundheit:
    keine rassetypischen Krankheitsdispositionen bekannt

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