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Kaninchenkrankheiten: wenn das Langohr zum Arzt muss

Selbst bei allerbester Pflege kann ein Kaninchen erkranken und tierärztliche Hilfe benötigen. Damit Ihnen schon die leisesten Anzeichen von Unpässlichkeiten nicht entgehen, sollten Sie Ihre Tiere stets aufmerksam beobachten: Gesunde Kaninchen haben ein glänzendes Fell, klare Augen und sind lebhaft. Ein guter Appetit und aufmerksame Anteilnahme an der Umgebung sind ebenfalls immer ein gutes Zeichen. Wenn ein Kaninchen sich anders als sonst benimmt, können verschiedene Ursachen dahinterstecken. Lesen Sie hier, welche Alarmzeichen es gibt und wann das Kaninchen zum Tierarzt muss.

Was sind typische Kaninchenkrankheiten-Symptome?

Kaninchen sind keine einfachen Patienten. Sie können eine Weile still leiden, bevor Unpässlichkeiten für ihren Halter offensichtlich werden. Das liegt an ihren Instinkten: In der Natur würde die Kaninchengruppe kranke Tiere rasch ausstoßen, da ein geschwächtes Tier die Aufmerksamkeit von Fressfeinden erregen oder infektiöse Krankheiten verbreiten kann.

Ein Kaninchen, dem es nicht gut geht, versucht daher, sich so lange wie möglich nichts anmerken zu lassen. Achten Sie also bei der täglichen Beschäftigung mit Ihren Tieren auf subtile Veränderungen. Typische Symptome für Kaninchenkrankheiten sind:

Krankheitssymptome:
  • Lautes Zähneknirschen: Dieses Geräusch unterscheidet sich deutlich vom behaglichen Knuspern und ist eine Schmerzäußerung: Dem Kaninchen tut etwas weh.
  • lethargie: Das Kaninchen wirkt apathisch und teilnahmslos? Auch das deutet auf ein gestörtes Befinden hin.
  • Fressunlust: Appetitlosigkeit oder gar komplette Futterverweigerung ist immer ein Alarmzeichen. Wenn das Kaninchen seine geliebten Leckerbissen verschmäht, liegt ein Notfall vor.
  • Krämpfe und Lähmungen: weisen auf ernste neurologische oder organische Probleme hin.
  • Gewichtsverlust: Setzen Sie Ihre Kaninchen wöchentlich einmal auf die Waage. Wenn ein Tier deutlich an Gewicht verliert, stimmt etwas mit der Ernährung oder dem Stoffwechsel nicht.
  • Glanzloses, struppiges Fell: Verliert der Kaninchenpelz seinen Seidenglanz und wirkt ungepflegt, können Mangelerscheinungen vorliegen, oder das Tier hat aus anderen Gründen Probleme mit der Körperpflege.
  • Verstopfung oder Durchfall: Als erfahrener Kaninchenhalter bemerken Sie schnell, wenn die Konsistenz des Kots oder der Geruch der Ausscheidungen sich verändern. Widmen Sie daher auch den Hinterlassenschaften der Kaninchen Ihre Aufmerksamkeit.
  • Juckreiz und schuppige Verkrustungen:Eventuell hat das Kaninchen Parasiten. Untersuchen Sie es auf Flöhe, Milben oder Zecken und ergreifen Sie geeignete Gegenmaßnahmen.
  • Zahnprobleme: Wenn ein Kaninchen sabbert, sehr langsam und mühevoll kaut oder gar Nahrung verweigert, kann das an zu langen oder falsch stehenden Zähnen liegen.

Was steht meinem Kaninchen beim Tierarztbesuch vor?

Schon vor der Anschaffung von Kaninchen sollten Sie versuchen, in Ihrer Umgebung einen Tierarzt ausfindig zu machen, der nachweislich Kaninchenerfahrung hat. Eine übliche Untersuchung besteht in der Auswertung von Kotproben, die Sie in die Praxis mitbringen. Der Impfpass des Tieres wird kontrolliert und die Impfungen nach Plan erneuert. Zur Grunduntersuchung gehören neben dem allgemeinen Gesundheits-Check auch die Zahn- und Krallenkontrolle. Kaninchen sind vorsichtige Fluchttiere, die in einer fremden, seltsam riechenden Umgebung schnell nervös werden, noch dazu, wenn unbekannte Menschen sie anfassen und untersuchen wollen. Ein Tierarztbesuch bedeutet für ein Kaninchen also Stress. Es ist bei der Behandlung von Kaninchen, wenn es beispielsweise um Routinen wie Zahnkontrolle geht, nicht unüblich, das Tier in eine leichte Narkose zu versetzen.

Welche Zwergkaninchen-Krankheiten gibt es?

Typische Krankheiten:
  • Viruserkrankungen: Die bekanntesten sind die Myxomatose und RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease), die sogenannte Chinaseuche. Myxomatose äußert sich vor allem in Augenausflüssen, Schwellungen, Entzündungen und Ödemen. Die Krankheit ist nicht auf Menschen übertragbar. Allerdings ist der Erreger sehr widerstandsfähig und kann bis zu einem halben Jahr außerhalb des Organismus überleben. Gegen Myxomatose gibt es eine Schutzimpfung. Die RHD zeigt sich in unspezifischen Anzeichen wie Apathie, Fressunlust, beschleunigter Atmung und endet immer tödlich. Auch hiergegen gibt es eine Schutzimpfung, die regelmäßig aufgefrischt werden muss.
  • Protozoen (durch Einzeller verursachte Krankheiten): Kokzidiose und Enzephalitozoonose werden durch mangelhafte Hygiene bei der Haltung begünstigt und von Tier zu Tier übertragen. Die Kokzidiose äußert sich in Magen-Darm-Beschwerden wie Verdauungsstörungen, Abmagerung oder Blähbauch und kann als Sekundärerkrankung Pilzinfektionen begünstigen. Bei der Enzephalitozoonose stellen sich neurologische Probleme und Gleichgewichtstörungen ein. Frühzeitig erkannt, lassen sich beide Krankheiten behandeln.
  • Zahnprobleme: Bei normaler Zahnstellung und gleichmäßiger Abnutzung durch artgerechtes Futter und Knabbermöglichkeiten haben Kaninchen keine Beschwerden. Jedoch kann es durch mangelnde Abnutzung oder rassetypische Neigungen zu Fehlstellungen oder verstärktem Wurzelwachstum kommen: Die Tiere können ihr Futter nicht richtig zerkleinern, verletzten sich beim Kauen Maulschleimhaut oder Zahnfleisch und neigen zu Abszessen. Bei solchen Problemen kann der Tierarzt Abhilfe schaffen.
  • Bakterielle Infektionen: Pasteurellose, umgangssprachlich auch „Kaninchenschnupfen“, ist keine gewöhnliche Erkältung, sondern eine Infektionskrankheit, die dem Tier auf die oberen Atemwege schlägt. Niesen, Nasenausfluss oder Verkrustungen an der Nase sollten umgehend vom Tierarzt untersucht werden.
  • Magen-Darm-Krankheiten: Trommelsucht und Magenüberladung sind ernsthafte Erkrankungen des Verdauungstrakts. Bei der Trommelsucht blähen sich durch Gasbildung Magen und Bauch auf; Ursache ist in der Regel unverträgliches Futter. Die Magenüberladung kann durch die Aufnahme unverdaulicher Stoffe ausgelöst werden: Haarballen oder Fremdkörper wie Teppichfasern oder Kunststoff. In beiden Fällen gilt: Das Tier muss schnellstmöglich zum Tierarzt.

Was ist geschehen, wenn das Kaninchen plötzlich tot ist?

Es ist ein Schock, aber manchmal passiert es: Das Kaninchen ist ohne Vorwarnung oder erkennbare Krankheitssymptome einfach tot. Eine Ursache für den unerwarteten Tod eines Kaninchens kann die gefürchtete „Chinaseuche“ RHD sein. Das Virus kann auf verschiedenen Wegen übertragen werden – von Tier zu Tier oder auch indirekt, zum Beispiel über kontaminiertes Grünfutter.

Das Tückische an dieser Viruserkrankung: Sie führt binnen Stunden zum Tod des Tieres, ohne dass Krankheitssymptome auftreten müssen. Die Krankheit kann lange Zeit nach der eigentlichen Infektion ausbrechen, sodass die betroffenen Tiere völlig gesund erscheinen. Die Diagnose kann der Tierarzt in der Regel erst nach dem Tod stellen. Glücklicherweise gibt es eine Schutzimpfung gegen RHD.

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