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Deutscher Jagdterrier – im besten Fall in JĂ€gerhĂ€nden

11.04.2024 - Lesedauer: 5 Minuten

Deutscher Jagdterrier sitzt auf einer Alpenwiese

Der Deutsche Jagdterrier ist ein großer Charakter. Erfahre hier, was den kernigen Jagdhund auszeichnet und welche Herausforderungen er mitbringt.

Der Deutsche Jagdterrier zĂ€hlt zu den hĂ€rtesten, geradlinigsten und jagdfreudigsten Hunderassen hierzulande. Sein Mut und seine Verbissenheit bei der Arbeit machen ihn zu einem herausragenden Jagdgebrauchshund. FĂŒr den Besitzer kann seine Entschlossenheit und SelbstĂ€ndigkeit zur Herausforderung werden. Von Anfang an richtig erzogen und rassegerecht ausgelastet wird aus dem kernigen Zwerg ein wunderbarer Begleiter.

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Junge deutsche Rasse – der Deutsche Jagdterrier

Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts nahmen weltweit das Interesse an Hunden als Begleit- und Familienhund sowie die Showzucht zu. Viele bis dahin als Jagd- und Arbeitshunde gefĂŒhrte Rassen wurden nun statt auf HĂ€rte, Triebigkeit und Robustheit auf Freundlichkeit und Alltagstauglichkeit gezĂŒchtet. Auch viele Terrier-Rassen waren davon betroffen.

Eine Handvoll Terrier-Liebhaber und JĂ€ger machte es sich deshalb zur Aufgabe, den Deutschen Jagdterrier zu zĂŒchten, dessen Eigenschaften und Körperbau im Wesentlichen seine Jagdeignung garantieren sollten. Zu den Ausgangsrassen zĂ€hlten der Foxterrier und der English Terrier. SpĂ€ter wurden noch Fellterrier, Welsh Terrier und Old English Terrier eingekreuzt.

Seit dem Zweiten Weltkrieg hat sich der Jagdterrier fest in JĂ€gerkreisen etabliert und wird dort bis heute als Jagdhund gefĂŒhrt. Viele ZĂŒchter geben ihre Welpen nur in JĂ€gerhĂ€nde ab, weil der mutige, clevere Schwarze das Jagen braucht, wie andere Hunde das Spielen. Die ArbeitsprĂŒfung ist Teil der Zuchtzulassung.

Deutscher Jagdterrier steht auf einer Wiese und trÀgt ein rotes Halsband

Der Charakter des Deutschen Jagdterriers

Wenn man bedenkt, mit welchem Ziel der Deutsche Jagdterrier gezĂŒchtet wurde, ist schnell klar, warum sein Charakter so außergewöhnlich ist: Der kleine Jagdhund bringt ein unglaubliches Selbstbewusstsein, HĂ€rte, Arbeitsfreude und Ausdauer mit. Das braucht er auch, wenn er im Wald allein Spuren verfolgen und sich unter UmstĂ€nden sogar einem Wildschwein stellen soll. Er ist mutig und ausdauernd, kennt aber dank seiner Intelligenz im Notfall auch seine Grenzen beim Aufeinandertreffen mit gefĂ€hrlichem Wild.

Der kernige Terrier ist vital und aktiv – ein langer Tag im Wald macht ihm nichts aus. Im Gegenteil: Er fordert ein hohes Maß an Bewegung ein und ist mit einem fĂŒr andere Hunde langen Spaziergang pro Tag nicht zufrieden.

Seinen Menschen gegenĂŒber ist der Deutsche Jagdterrier loyal und aufmerksam. Er ist freundlich und tolerant, gerade dann, wenn es um Kinder im Haushalt geht. Voraussetzung ist aber, dass er genĂŒgend Arbeit und Auslastung erhĂ€lt. Sowohl zu Hause als auch beim Arbeiten braucht der eigensinnige Terrier klare Regeln. Er scheut sich nicht, diese zu hinterfragen, obwohl er mit der richtigen Erziehung sehr umgĂ€nglich und gut zu fĂŒhren ist. Bleibt die FĂŒhrung aus, so nimmt er diese Rolle bereitwillig ein, was frĂŒher oder spĂ€ter zu deutlichen Problemen bei der Haltung fĂŒhren wird. Dazu gehören zum Beispiel: intensives Wachen und Bellen, unkontrolliertes Jagen oder das Überwachen von Familienmitgliedern.

Erziehung und Haltung

Der Deutsche Jagdterrier ist kein knuddeliger, verspielter Familienhund. Er wurde ĂŒber Jahrzehnte auf LeistungsfĂ€higkeit und Arbeitswillen gezĂŒchtet. Er bringt unendlich viel Energie mit und braucht Menschen, die bereit sind, diese Eigenschaften zu verstehen und zu nutzen. Am besten ist der rot-schwarze Jagdgebrauchshund deshalb bis heute in JĂ€gerhĂ€nden aufgehoben. Dort erhĂ€lt er die passende, rassegerechte Ausbildung und Auslastung.

Bei der Erziehung stehen Konsequenz und Cleverness im Vordergrund. Der Deutsche Jagdterrier ist bereit, mit seinem Menschen zu arbeiten – wenn er dessen Ideen und Kommandos nachvollziehen kann. „Sitz“ und „Platz“ lernt er nicht um des Befehls willen, sondern als Teil seiner Jagdausbildung. Er gilt als frĂŒhreif und beginnt oft schon vor dem ersten Geburtstag das Spielen durch Ernsthaftigkeit zu ersetzen. Hundetricks, Leckerli-Suche und Co. sind ein i-TĂŒpfelchen, aber kein Ersatz fĂŒr die Arbeit im Wald.

Unverzichtbar fĂŒr die Erziehung des Jagdterriers ist das Arbeiten an der Impulskontrolle und der Frustrationstoleranz. Beides ist entscheidend, um den stark jagdtriebigen Hund spĂ€ter auch in aufregenden Wildbegegnungen zu kontrollieren und eigenstĂ€ndiges Jagen zu unterbinden.

Ebenfalls bedeutend ist die Sozialisierung in den ersten Monaten zu Hause. Die Hunde sollten bei Hundebegegnungen lernen, andere Hunde zu lesen und sich sozial zu verhalten. Wie viele andere Terrier neigt auch der Deutsche Jagdterrier dazu, ab einem gewissen Alter Fremdhunde fĂŒr Störenfriede zu halten. Hier hilft es, frĂŒhzeitig zu trainieren, dass Ignorieren besser ist als Anpöbeln.

Pflege des Deutschen Jagdterriers

Mit seinem schlichten, dichten harten Rauhaar oder derben Glatthaar ist der Deutsche Jagdterrier ausgesprochen pflegeleicht. Gelegentliches BĂŒrsten reicht aus, um sein Fell ordentlich zu halten.

Wichtiger ist die Kontrolle von Augen, Ohren, ZÀhnen und Krallen. Das sollte nach jedem Arbeitseinsatz erfolgen, denn die harten Terrier zeigen Verletzungen hÀufig nicht an.

Besonderheiten und Gesundheit

Der außergewöhnlich starke Jagdtrieb des Deutschen Jagdterriers macht das Zusammenleben mit Kleintieren und Katzen zur Herausforderung. Viele JĂ€ger berichten, dass ihr jagdlich gefĂŒhrter, gut ausgelasteter Terrier gut mit Katzen und anderen Kleintieren im gleichen Haushalt leben kann. Dennoch sollte man sie niemals miteinander allein in einem Raum lassen. Außerdem sind richtiges Management und frĂŒhzeitige Gewöhnung des Welpen oft der SchlĂŒssel zum Erfolg.

Der Deutsche Jagdterrier wird von beim Verband fĂŒr das Deutsche Hundewesen (VDH) angeschlossenen, registrierten ZĂŒchtern basierend auf den festgeschriebenen Zuchtvoraussetzungen wie der ArbeitsprĂŒfung gezĂŒchtet. Wer sich fĂŒr einen Welpen interessiert, sollte sich unbedingt von einem anerkannten, seriösen ZĂŒchter beraten lassen. Gerade bei solch charakterlich starken Rassen ist die Gefahr gegeben, aus unseriösen Quellen einen kranken oder gar aggressiven Hund zu kaufen.

Die robusten Terrier haben mit 15 und mehr Jahren eine hohe Lebenserwartung. Wichtig ist, sie nicht zu ĂŒberfĂŒttern und ihnen ausreichend Bewegung zu verschaffen.

Steckbrief Deutscher Jagdterrier

Rasse:
Deutscher Jagdterrier
Herkunft:
Deutschland
Klassifikation:
Terrier, Sektion 1 hochlĂ€ufige Terrier mit ArbeitsprĂŒfung
GrĂ¶ĂŸe:
33 bis 40 Zentimeter, HĂŒndinnen etwas kleiner und zarter
Gewicht:
7,5 bis 8,5 Kilogramm bei HĂŒndinnen, 9 bis 10 Kilogramm fĂŒr RĂŒden
Körperbau:
sportlich, krÀftig, muskulös, kompakt und harmonisch
Augen:
dunkel mit wachem Blick
Ohren:
klein, abgekippt, eng anliegend
Fell und Farbe:
stets rot/schwarz-gefÀrbt mit robustem, glattem Fell
Besonderheiten:
sehr starker Jagdtrieb verbunden mit EigenstĂ€ndigkeit, kein Hund fĂŒr AnfĂ€nger!
Charakter
mutig, intelligent, geradlinig, loyal, selbstĂ€ndig, jagdverrĂŒckt
Gesundheit:
sehr robuste Rasse, kaum bekannte Erbkrankheiten außer die bei kleinen Hunden hĂ€ufiger vorkommende Patellaluxation

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