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Labrador schläft auf der Couch

Bandscheibenvorfall beim Hund: alles Wichtige in der Übersicht

Bandscheibenvorfälle kommen auch bei Hunden vor. Gerade viele kleine Rassen wie der Dackel oder die Französische Bulldogge sind häufig betroffen. Je schneller du handelst, desto geringer ist das Risiko irreversibler Schäden. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was ein Bandscheibenvorfall überhaupt ist, auf welche Symptome du achten musst und was zu tun ist, wenn welche auftreten.

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Bandscheibenvorfall: Was ist das?

Das Rückenmark des Hundes verläuft ähnlich wie beim Menschen vom ersten Halswirbel bis zum Lendenwirbelbereich und transportiert Informationen vom Gehirn zum Körper und andersherum. Es ist mitunter verantwortlich für das Auslösen und Steuern von Bewegungen und Reflexen, eine gesunde Verdauung, die Atmung und die Motorik der Beine und des Rumpfes. Die Wirbelsäule schützt das Rückenmark wie eine Art Mantel. Zwischen den einzelnen Wirbeln der Wirbelsäule sitzen die Bandscheiben. Das sind ringförmige, elastische Scheiben, die als stoßdämpfende Bindeelemente fungieren. Ohne sie würden sich die Wirbelknochen ineinander verhaken und gegenseitig blockieren. Bandscheiben gewährleisten also eine geschmeidige und federnde Beweglichkeit der Wirbelsäule. Gleichzeitig tragen auch sie zum Schutz des Rückenmarks bei.

Eine Bandscheibe besteht aus zwei Schichten:

  • Nucleus pulposus: der weiche Gallertkern im Inneren
  • Anulus fibrosus: der äußere, feste Faserring, der den Kern umschließt und die Bandscheibe in ihrer Position hält

Bei einem Bandscheibenvorfall beim Hund – auch Diskopathie oder Bandscheibenprolaps genannt – kommt es entweder zu einem Riss des äußeren Rings, wodurch der fast flüssige Kern austritt (Typ 1); das führt zu Quetschungen des Rückenmarks und einer Nervengewebsverengung. Oder aber der Faserring erweicht zunehmend, sodass sich der Kern mit dem Ring immer mehr vorwölbt (Typ 2). Das ist meist ein langsamerer Prozess als bei Typ 1.

Alter Schäferhund spaziert

Einen Bandscheibenvorfall beim Hund erkennen – die Symptomatik

Die Symptome deines Vierbeiners sind stark von der Schwere und der betroffenen Region abhängig. Es existieren fünf Erkrankungsgrade: Generell ist das erste Anzeichen eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Schmerzempfindlichkeit der Wirbelsäule, die oft mit vermindertem Bewegungsdrang einhergeht. Bei schwereren Fällen kommt es zu neurologischen Ausfallserscheinungen. Sie reichen von Taubheit in den Beinen bis zur kompletten Lähmung. Auch Kot- und Harninkontinenz zählen hier dazu. Ein weiteres Anzeichen kann eine unnatürliche Rücken- oder Nackenhaltung sein – je nachdem, ob der Bandscheibenvorfall im Halsbereich oder Brust- beziehungsweise Lendenbereich liegt.

Diagnostik und Behandlung

Besteht der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall, dann suche schnellstmöglich einen Tierarzt auf. Schone deinen Hund und schränke seine Bewegung ein. Lasse ihn – soweit möglich – keine Treppen steigen oder springen. Auch ein Brustgeschirr statt eines Halsbandes wirkt entlastend.

Beim Tierarzt wird in der Regel zunächst eine allgemeine Untersuchung vorgenommen, um andere Ursachen wie Entzündungen, Tumore oder Wirbelbrüche auszuschließen. Anschließend erfolgt die neurologische Untersuchung. Dazu gehören ein MRT, ein CT und das Kontraströntgen: Dabei wird ein Mittel gespritzt, dass die Engstelle im Rückenmark auf dem Röntgenbild sichtbar macht. Da diese Maßnahmen lediglich unter Vollnarkose durchführbar sind, ist eine Vorabuntersuchung auch insofern wichtig, als dass man dem Hund dieses Risiko und den Stress ersparen kann, wenn für seine Symptomatik ein anderer Befund vorliegt.

Bei leichten Bandscheibenvorfällen ohne Lähmungserscheinungen kommt meistens eine konservative Therapie ohne Operation zum Einsatz. Sie besteht aus der Einnahme von Schmerzmitteln, gegebenenfalls auch Entzündungshemmern und vor allem einer absoluten Schonzeit von mindestens einer Woche. Toben, Spielen mit anderen Hunden und Treppensteigen sind strikt untersagt. Drehe beim Gassi gehen nur kleine Runden an der Leine und achte darauf, dass sich der Hund auch im Haus nicht zu viel frei bewegt. Schone deinen Hund lieber ein paar Wochen länger, als einen Rückfall durch zu frühe und zu starke Belastung zu riskieren. Unterstützend wirkt ebenso eine Physiotherapie zur Beschleunigung des Heilungsprozesses sowie zur Stärkung des Gewebes.

Schlafender Golden Retriever

Bei schwerwiegenden Fällen mit Lähmungserscheinung oder bei fehlgeschlagener konservativer Therapie ist eine Operation unvermeidbar, um irreversible Schäden zu verhindern. Nach der Operation muss eine Physiotherapie erfolgen, damit die Muskulatur wieder lernt, richtig zu arbeiten, und die Sensibilität wiederhergestellt wird. Hier erfolgt zum Beispiel ein Aufstelltraining – und sobald der Vierbeiner erneut stehfähig ist, eine Therapie auf dem Unterwasserlaufband.

Die Kosten einer Operation sind sehr vom individuellen Patienten abhängig. Sie gehen bis in den vierstelligen Bereich hinein, hinzurechnen musst du außerdem die Nachversorgung.

Ursachen

Zu den häufigsten Ursachen eines Bandscheibenvorfalls beim Hund zählen:

  • Rassebedingte Veranlagungen (besonders verbreitet bei kleinen Hunden mit kurzen Beinen und langem Rücken, wie etwa dem Dackel)
  • Übergewicht und Bewegungsmangel
  • Überbelastung und Fehlbelastung
  • Altersbedingte Abnutzung
  • Verletzungen und Unfälle

Vorbeugung

Wenn du aktiv etwas tun möchtest, um einem möglichen Bandscheibenvorfall vorbeugend entgegenzuwirken, dann achte auf eine ausgeglichene Bewegung und Ernährung deines Hundes. Stärke die Rückenmuskulatur mit gezielten Übungen wie beispielsweise Hundegymnastik. Ein zur Rasse passender Hundesport ist nicht nur gesundheitsfördernd, das gemeinsame Training macht Mensch wie Tier Spaß – und stärkt eure Bindung.

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