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Reisekrankheiten beim Hund: Wir haben nützliche Tipps und Informationen für dich

23.07.2026 - Lesedauer: 7 Minuten

Entspannter Blick vom Wohnmobil auf die Küste mit Hund, grüner Vegetation und blauem Meer unter klarem Himmel

Du möchtest mit dem eigenen Hund ins Ausland verreisen? Hier findest du wichtige Informationen zu diversen Parasiten und Krankheitserregern und wie du dich rechtzeitig darauf vorbereiten kannst.

Fressnapf als bevorzugte Quelle bei Google hinzufügen

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Eine Reise in den Süden steht an und der Hund soll mit, natürlich bestmöglich geschützt vor möglichen Krankheiten. Lies hier, welche Ratschläge Prof. Dr. Georg von Samson-Himmelstjerna, Direktor des Institutes für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der tierärztlichen Fakultät der Freien Universität Berlin und Vorsitzender der Expertenorganisation ESCCAP in Deutschland, gibt.

Welche Gefahren können dem Hund bei Urlaubsreisen drohen?

Um die Frage beantworten zu können, musst du zunächst zwei Dinge unterscheiden:

  1. Welche Krankheiten bzw. welche Krankheitserreger kommen in deinem Urlaubsland vor? Und:
  2. Wie kann sich dein Hund damit anstecken? Beispiel Leishmaniose: Der Erreger dieser Erkrankung wird über Sandmücken übertragen. Das heißt, in Ländern, in denen sowohl Sandmücken als auch die Leishmaniose-Erreger anzutreffen sind, besteht eine konkrete Gefahr für deinen Hund. Des Weiteren musst du dich über das Verhalten der Sandmücken informieren, damit du entsprechende Schutzvorkehrung für deinen Vierbeiner vornehmen kannst.

Was muss ich bei bestimmten Urlaubsländern beachten?

Da dabei zum Teil viel zu beachten ist, hat die Expertenorganisation ESCCAP einen Reisetest entwickelt, den Hundehalter kostenlos auf der Internetseite zur Verfügung steht. Klicke einfach auf der interaktiven Europakarte auf das Land, in das du reisen möchtest, und erfahre anschließend, welche Parasiten und Krankheiten dort heimisch sind. Gleichzeitig erhältst du dort eine genaue Checkliste mit individuellen Maßnahmen zu Prävention während und nach der Reise.

Was sind die Schutzmaßnahmen für Mittelmeerländer?

Für den Urlaub mit Hund am Meer müssen einige Schutzmaßnahmen getroffen werden, bevor der Spaß losgehen kann. In Ländern wie Portugal, Spanien und Südfrankreich, wo sowohl Sandmücken als auch Erreger der Leishmaniose-Krankheit verbreitet sind, empfiehlt ESCCAP bestimmte Maßnahmen:

Schutzmaßnahmen für Mittelmeerländer

  • Hunde sollten ab der Abenddämmerung nicht im Freien schlafen.
  • Der Schlafort des Hundes sollte mit Mückennetzen gesichert sein.
    Effektiver Sandfliegen-/Mückenschutz mit am besten repellierender (abwehrender) Wirkung.
  • Der einjährige Impfschutz gegen Leishmaniose bietet keine 100 %-ige Prävention und kann je nach Hunderasse Nebenwirkung haben. Informiere dich diesbezüglich bei deinem Tierarzt. Die Impfung schützt deinen Hund nur in Verbindung mit einem Mückenschutz und muss nach 12 Monaten erneuert werden.

In einigen Urlaubsländern übertragen bestimmte Stechmücken die Larven von Herzwürmern (Dirofilaria immitis) und Hautfilarien (Dirofilaria repens). Hierbei musst du deinem Hund zusätzlich zum effektiven Mückenschutz auch ein Medikament gegen Herzwürmer in bestimmten Zeitabständen verabreichen. Ziel einer solchen Behandlung ist es, die sich im Hund möglicherweise entwickelnden Herzwurmlarven innerhalb des ersten Monats nach der Übertragung abzutöten, um ein Vordringen in die Herzkammer und damit einhergehende schwere Organschäden zu verhindern.

Hier findest du alles zum Thema Wurmbefall beim Hund.

Reisekrankheit: Erkennen & behandeln

Infografik zum Thema Reiseübelkeit bei Hunden.

Wann sollte ich mit Präventionsmaßnahmen beginnen?

Beim Sandfliegen- und Mückenschutz tritt beispielsweise die volle Wirkung der Schutzhalsbänder nach ca. 2 Wochen ein. Je nach Präparat hält die Abwehrwirkung bis zu  6 Monaten an. Bei Spot-on-Tinkturen, die zwischen die Schulterblätter des Hundes aufgeträufelt werden und sich von dort aus über die ganze Haut ausbreiten, tritt die volle Wirkung des Präparates innerhalb von 24 Stunden ein.

Bei der Leishmaniose-Impfung muss zunächst ein Bluttest vorgenommen werden, der eine aktuelle Leishmanioseerkrankung bei deinem Hund ausschließt. Erst wenn das Ergebnis dieser Untersuchung negativ ist, darf der Hund geimpft werden. Dabei durchläuft der Hund eine Grundimmunisierung mit 3 Impfintervallen in jeweils 3-wöchigen Abständen. Anschließend dauert es noch einmal 4 Wochen, bis der Schutz voll ausgeprägt ist. Man muss bei dieser Prävention daher mindestens 3 bis 4 Monate vor der Reise aktiv werden.

Bei der Einreise in Länder wie Finnland, Großbritannien, Irland, Malta oder Norwegen muss der Hund gegen Bandwürmer (Echinococcus multilocularis) 24 bis maximal 120 Stunden vorher behandelt worden sein. Die Behandlung wird mit Datum und Uhrzeit im EU-Heimtierpass eingetragen. Auch hier ist es also wichtig, rechtzeitig zum Tierarzt zu gehen.

Wieder zu Hause angekommen: Was gibt es zu beachten?

Eine Nachsorge ist dann nötig, wenn du in ein Herzwurmgebiet gereist sind. Denn der Hund muss sowohl zu Beginn der Reise als auch anschließend im Abstand von 30 Tagen behandelt werden. Und zwar auch noch zu Hause, das letzte Mal 30 Tage nach der Rückkehr.

Das rät Professor Dr. von Samson-Himmelstjerna konkret

Professor Dr. von Samson-Himmelstjerna: „Der beste Schutz vor Leishmaniose und Herzwürmern ist natürlich, den Hund nicht mit in die betroffenen Gebiete mitzunehmen. Allerdings – gewusst wie – kannst du deinen Hund auch im Urlaub effektiv vor Parasiten und Krankheiten schützen. Die hier genannten Beispiele verdeutlichen, dass eine Auslandsreise mit Hund gut vorbereitet sein sollte.

Brauner Labrador wird beim Tierarzt untersucht.

Mein konkreter Rat: Frühzeitig, am besten 3 bis 4 Monate vor Abfahrt, den Reisetest auf ESCCAPE machen und mit der Checkliste, die man dort erhält, zum Tierarzt gehen. So können die notwendigen Medikamente rechtzeitig besorgt und Untersuchungen und Behandlungen auf den Weg gebracht werden.“

Der komplette Reiseschutz auf einen Blick

Welche der Maßnahmen in welchem europäischen Urlaubsland notwendig sind, erfährst du im Reisetest auf ESCCAP.

Reiseschutz Chechliste nach ESCCAP

Exkurs: Tollwut

Wenn du mit deinem Hund ins Ausland reisen möchtest, musst du bestimmte gesetzliche Bestimmungen zur Tollwut beachten. Für Hunde, Katzen und Frettchen besteht bei Auslandsreisen eine gesetzliche Verpflichtung zur Tollwutimpfung in Verbindung mit einer Kennzeichnung durch einen Mikrochip. Diese Regelungen sind in der EU-Heimtierverordnung (EU) Nr. 576/2013 festgelegt. Je nach Seuchenlage im jeweiligen Reiseland ist die Impfung zudem auch aus gesundheitlicher Sicht dringend zu empfehlen.

In Deutschland gilt die terrestrische Tollwut, also die Form, die bei Landtieren wie Füchsen oder Hunden vorkommt, als getilgt. Seit 2018 ist Deutschland offiziell frei von terrestrischer Tollwut, weshalb keine Impfpflicht mehr besteht, wenn sich dein Tier ausschließlich innerhalb Deutschlands aufhält. Vereinzelt kommt jedoch weiterhin die sogenannte sylvatische Tollwut bei Fledermäusen vor. Sobald dein Tier ins Ausland reist, können in den einzelnen Ländern unterschiedliche Vorschriften zur Tollwutimpfung gelten. Besonders bei der Wiedereinreise nach Deutschland ist ein gültiger Tollwut-Impfschutz gesetzlich vorgeschrieben. Plane daher rechtzeitig vor der Reise einen Termin in deiner Tierarztpraxis ein, damit der Impfstatus deines Tieres überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden kann.

Auch unabhängig von einer Reise wird die Tollwutimpfung dringend empfohlen. Sie trägt dazu bei, das Risiko einer Wiedereinschleppung und Verbreitung der Tollwut zu verringern. Sollte es dennoch zu einem Ausbruch kommen, ist dein Tier dank des Impfschutzes vor der stets tödlich verlaufenden Erkrankung geschützt. Zudem sind geimpfte Tiere im Falle eines Seuchengeschehens rechtlich bessergestellt als ungeimpfte Tiere und müssen in der Regel nicht getötet werden. Tollwut ist eine Zoonose und damit auf den Menschen übertragbar. Die Erkrankung verläuft auch beim Menschen tödlich.

Das gehört in jede Reiseapotheke für Hunde

Deine persönliche Checkliste. Kreuze an, was du bereits in deiner Reiseapotheke hast:













*auch bei Vergiftungserscheinungen. Im Falle einer möglichen Vergiftung trotzdem immer eine Tierarztpraxis aufsuchen.

Hatte dein Hund mit einer Reisekrankheit zu kämpfen? Wie hast du deinen Hund auf die Reise vorbereitet? Teile mit uns deine Erfahrungen auf unseren sozialen Kanälen!

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