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Dogo Argentino: Allrounder mit starkem Willen und Charme

28.08.2025 - Lesedauer: 8 Minuten

Weißer Argentino Hund liegt auf der Wiese

Der Dogo Argentino gilt in einigen Bundesländern als Listenhund. Erfahre hier mehr über die argentinische Dogge.

Der Dogo Argentino stammt ursprünglich von Molossern und Doggen ab. Obwohl dieser Hund seinen Menschen und auch Kindern bei entsprechender Sozialisierung und Erziehung ausgesprochen zugetan ist, erfordert die Haltung und Führung ein hohes Maß an Hundesachverstand. In vielen Bundesländern wird die Rasse auch als sogenannter Listenhund geführt, zudem zählt der Dogo Argentino zu den Qualzuchten. Das typische weiße Fell bringt unter anderem ein erhöhtes Risiko für Taubheit und Blindheit mit sich.

Herkunft: Vom Jagdhund zum Allrounder

Der Dogo Argentino ist eine noch junge Molosser-Rasse, die aus der Kreuzung von Doggen mit sogenannten Kampfhunden entstand. Der Begründer der Zucht, Antonio Nores Martinez, hatte die Absicht, einen „Allrounder“ zu kreieren, der ein guter Jagd- und Wachhund ist und sich gleichzeitig als Familienhund eignet.

1928 legte Martinez den ersten Standard für die argentinische Dogge, den Dogo Argentino, fest. In seiner Heimat gelang die Züchtung: Die Tiere sind dort geschätzte Haus- und Wachhunde. Das Ziel der Zucht liegt darin, vom Wesen her freundliche und zugleich gesunde Tiere zu schaffen, die vom Züchter bestmöglich sozialisiert werden.

Wenn du den Dogo Argentino interessant findest, könnten dir auch der Ca de Bou, der Dogo Canario oder der Rottweiler gut gefallen!

Der Charakter der Dogo Argentino

Die großen weißen Hunde sind gutmütig und freundlich, neigen aber zu Dominanz. Aus diesem Grund benötigen sie einen souveränen „Rudelführer“, dem sie voll vertrauen. Dogo Argentino sind – bei guter Sozialisation und konsequenter Erziehung – auch als Familienhunde geeignet.

Gegenüber Artgenossen können die Doggen dominant und offensiv auftreten, insbesondere, wenn sie auf Hunde des gleichen Geschlechts treffen. Dogo Argentino haben einen eigenständigen Charakter, ordnen sich ungern unter und möchten die Kontrolle übernehmen. Gelingt die Erziehung, sind sie ihrem Halter und seiner Familie liebevoll zugewandt und erweisen sich als treue Begleiter und Beschützer.

SteckbriefDogo Argentino

Rasse
Dogo Argentino
Herkunft
Argentinien
Klassifikation
Molosser, doggenartige Hunde
Größe
groß, Schulterhöhe 60 bis 68 Zentimeter
Gewicht
40 bis 45 Kilogramm
Körperbau
athletisch, kräftig, elegant, kräftiger und schwerer Kopf, säbelförmiger Fang
Augen
schwarz
Ohren
dreieckig, halb aufgerichtet, seitlich angesetzt
Fell und Farbe
kurzes Fell, reinweiß, schwarzer Fleck im Kopfbereich erlaubt
Besonderheiten
Jagdtrieb mit Tötungsabsicht, konsequente Erziehung dringend nötig
Charakter
friedvoll, aufmerksam, menschenfreundlich, dominant, intelligent, kinderlieb
Gesundheit
Neigung zu Blindheit, Taubheit, Hauterkankungen und Gelenkdysplasien

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Ist ein Dogo Argentino ein Listenhund?

In vielen Bundesländern zählt der Dogo Argentino zu den sogenannten Listenhunden: Die Haltung ist je nach Bundesland mit bestimmten Auflagen verbunden, wie einem Wesenstest für die Tiere oder einem Hundeführerschein für die Halter. Auch die Hundesteuer ist bei Listenhunden oft deutlich höher. Alle Bundesländer fordern auch eine Hundehaftpflichtversicherung, mancherorts musst du ein polizeiliches Führungszeugnis und einen Sachkundenachweis vorlegen, um einen Listenhund halten zu dürfen. Andere fordern Maulkorbpflicht und Leinenzwang. Eine Maulkorbbefreiung kann durch das Bestehen eines Wesenstest erreicht werden.

In diesen Bundesländern gilt der Dogo Argentino als Listenhund: Stand 2025 – Bitte beachte, dass sich gesetzliche Änderungen ergeben können. Informiere dich daher stets bei deiner Kommune.

  • In Baden-Württemberg gilt Kategorie 2. Außerdem besteht Leinen- und Maulkorbzwang. Außerdem muss der Halter/die Halterin eine Haftpflichtversicherung nachweisen. In der Verordnung ist keine Höhe festgelegt.
  • In Bayern gilt Kategorie 2. Dazu: Es besteht Leinen- und Maulkorbpflicht, diese Auflage kann mit einem Negativzeugnis gelockert werden. Es muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Landesweit ist hier keine Mindestdeckung festgelegt, diese kann je nach Kommune variieren.
  • In Hamburg gilt Kategorie 2. Außerdem besteht Leinen- und Maulkorbzwang. Außerdem muss der Halter/die Halterin eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckung von 1 Millionen Euro je Versicherungsfall nachweisen.
  • In Hessen gilt Kategorie 0: Wird als “vermutet gefährlich” gelistet. Es besteht Leinenpflicht, ein Maulkorb kann angeordnet werden. Eine Haftpflichtversicherung muss ebenfalls abgeschlossen werden. Eine Mindestdeckung ist nicht vorgegeben.
  • In Nordrhein-Westfalen gilt Kategorie 2. Es besteht Leinen- und Maulkorbzwang. Eine Befreiung ist nach Verhaltensprüfung möglich. Eine Haftpflichtversicherung , die eine Mindestdeckung von 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden aufweist, muss abgeschlossen werden.

In den übrigen Bundesländern wird die Gefährlichkeit des Hundes im Einzelfall geprüft. Bei Negativtest wird ggf. Leinen- und Maulkorbzwang und eine Hundehaftpflichtversicherung verlangt.

Bei der Einstufung gilt:  
Kategorie 1 = definitiv gefährlich, nicht widerlegbar
Kategorie 2 = Gefährlichkeit vermutet, aber widerlegbar
Kategorie 0 = es gibt eine Liste, auf der die Rasse steht, aber keine Kategorien

Die Hundeverbringungs- und -einfuhrverordnung  (HundVerbrEinfVO) besagt, dass es verboten ist, die Rassen American Pitbull Terrier, Staffordshire Bull Terrier, American Staffordshire Terrier und Bull Terrier nach Deutschland einzuführen beziehungsweise dort zu halten. Das gilt auch für Kreuzungen aus diesen Rassen. Ausnahmen werden nur in Sonderfällen gemacht, etwa wenn es sich um Rettungshunde, Diensthunde, Blinden- oder Begleithunde handelt. Auch ist ein Urlaubsaufenthalt erlaubt, sofern er eine Dauer von vier Wochen nicht überschreitet. Wer einen dieser Listenhunde in Deutschland halten will, braucht die Erlaubnis der im jeweiligen Bundesland zuständigen Behörde.

Genau heißt es im Gesetz: „Gefährliche Hunde im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes dürfen zum Zweck des ständigen Haltens in das Inland verbracht oder eingeführt werden, wenn die Begleitperson nachweist, dass die Hunde berechtigt in einem Land gehalten werden dürfen.“

Was für eine Beißkraft hat ein Dogo Argentino?

Listenhunde werden oftmals auch als „Kampfhunde“ bezeichnet. Das liegt vor allem daran, dass es sich meist um kräftige, muskulöse Tiere handelt, die sich auch durch eine ausgeprägte Beißkraft auszeichnen. Die Rassen wurden in der Vergangenheit von Menschen für Tierkämpfe ausgenutzt, die zunächst in Großbritannien weit verbreitet waren. Bereits im Jahr 1835 sprach Großbritannien jedoch offiziell ein Hundekampfverbot aus, später zogen viele andere Länder Europas nach.

Der Dogo Argentino hat eine Beißkraft von etwa 500 PSI (englisch für „pounds per square inch“, zu Deutsch „Pfund pro Quadratzoll“).

Im Vergleich:

  • Der Mensch hat eine Beißkraft von 120 bis 140 PSI.
  • Der Chihuahua hat eine Beißkraft von ca. 100 PSI.
  • Der Amerikanische Pitbull hat eine Beißkraft von ca. 235 PSI.
  • Der Wolf hat eine Beißkraft von etwa 593 PSI.
  • Der Kangal-Hirtenhund hat eine Beißkraft von rund 740 PSI. Damit ist der Türke der Hund mit der stärksten Beißkraft und übertrifft sogar einen Löwen, dessen Beißkraft bei 691 PSI liegt.
  • Krokodile haben mit 3700 PSI den stärksten Tierbiss.

Erziehung und Haltung

Der Dogo Argentino ist kein Anfängerhund! Die Sozialisierung muss schon beim Züchter beginnen und im neuen Zuhause nahtlos fortgesetzt werden. Aufgrund ihrer Eigenständigkeit, Kraft und ihrem Hang zu Dominanz benötigen die athletischen Jagdhunde eine liebevolle, aber konsequente und starke Führung. Dabei ist es wichtig, dass du und der Hund eine vertrauensvolle Basis entwickelt. Der Besuch der Welpenstunde und einer Hundeschule ist unbedingt empfehlenswert. Wichtig ist, dass er klare Handlungslinien gezeigt bekommt und aufgestellte Regeln eingehalten werden.

Die sportlichen Vierbeiner benötigen ausreichend körperliche und geistige Beschäftigung, sie lieben Suchspiele und Nasenarbeit. Idealerweise bietest du deiner argentinischen Dogge ein großes Zuhause mit einem ausbruchssicheren Garten. Schwächen in der Erziehung weiß sie sofort für sich zu nutzen, was gefährlich werden kann. Bei zu wenig körperlicher Auslastung, neigt der Dogo Argentino dazu, verhaltensauffällig und aggressiv zu werden. Aufgrund der Größe und Kraft des Dogo Argentino sollten im Haushalt lebende Kinder schon etwas älter sein.

Gesundheit des Dogo Argentino

Der Dogo Argentino ist aufgrund seiner weißen Fellfarbe für Blind- und Taubheit anfällig. Der Grund dafür ist, dass die Vorläuferzellen der Farbpigmente aufgrund eines Defekts nicht nach außen wandern. Diese Zellen sind jedoch maßgeblich an der Entwicklung von Strukturen beteiligt, die für Hören und Sehen notwendig sind. Außerdem neigt diese Rasse zu Hautproblemen wie Juckreiz und Entzündungen. Zudem besteht wie bei vielen großen Hunden eine Neigung zu Gelenkdysplasien. Lass einen heranwachsenden Dogo Argentino noch keine Treppen steigen und warte auch mit dem Hundesport, bis das Tier erwachsen ist. Wenn du dich dennoch für einen Dogo Argentino entscheidest, informiere dich am besten in Tierheimen oder bei rassespezifischen Tierschutzorganisationen, um einem Hund ein Zuhause zu schenken. Sei dir außerdem bewusst, dass diese Rasse zu verschiedenen Erkrankungen neigt, die im Zweifel eine intensive tierärztliche Betreuung erfordern und mit hohen Kosten verbunden sein können.

Was hat die weiße Fellfarbe mit Taubheit zu tun?

Hunde mit weißem oder weiß-geschecktem Fell leiden überdurchschnittlich häufig unter Taubheit. Zu den am stärksten betroffenen Rassen zählt der Dalmatiner, aber auch beim Dogo Argentino gehört Taubheit leider zu den regelmäßig vorkommenden Erkrankungen.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover deuten darauf hin, dass die fehlende Pigmentierung in Zusammenhang mit dem Hörverlust dieser Hunderassen stehen könnte.
Der Gehörsinn bei gesunden Hunden funktioniert über die Weiterleitung akustischer Signale, die im Innenohr erfasst und durch Schallübertragung an das Gehirn übermittelt werden. Um die akustischen Signale empfangen zu können, ist die Gehörschnecke (Cochlea) mit feinen Haarzellen ausgekleidet, die auf entsprechende Schwingungen von außen reagieren. Bei Hunden mit weißem oder weiß-geschecktem Fell sind weniger Pigment-bildende Zellen (Melanozyten) vorhanden, die unter anderem für die dunkle Fellfärbung verantwortlich sind. Melanozyten sind jedoch nicht nur relevant für die dunkle Pigmentierung des Fells, sondern spielen auch bei der Erhaltung und Entwicklung von Haarzellen eine wichtige Rolle. In Folge der fehlenden Melanozyten kann es dazu kommen, dass die im Innenohr vorhandenen Haarzellen, die entscheidend für die Weiterleitung von akustischen Signalen sind, sich nicht vollständig entwickeln können. Hierdurch werden die Innenohrstrukturen massiv beeinträchtigt oder gar zerstört. Erkennbar wird eine solche Entwicklung bei Welpen etwa ab der achten Lebenswoche, wenn eine einseitige oder beidseitige Taubheit festgestellt wird.

Eine eindeutige Diagnose der Taubheit liefert zum Beispiel der BAER-Test (brainstem auditory evoked potential), bei dem akustische Signale an das Innenohr geleitet werden, um anschließend in Form von Gehirnströmen erfasst werden zu können.

Pflege 

Den Dogo Argentino gibt es nur in Weiß, manchmal hat er einen schwarzen Fleck. Hintergrund: Bei der Jagd sollte er sich optisch gut von den Wildtieren unterscheiden. Sein Fell ist kurz, sehr weich und absolut pflegeleicht. Es genügt, es zwei- bis dreimal wöchentlich zu bürsten, während des Fellwechsels täglich. Bei Vorliegen von Hautproblemen solltest du die betroffenen Stellen täglich in Absprache mit deinem Tierarzt pflegen.

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Qualzucht-Hinweis

Diese Rasse wird in vielen Teilen der Welt als Qualzucht eingestuft.

Das 1999 im Auftrag der Bundesregierung und unter Mitwirkung des Deutschen Tierschutzbundes erstellte „Qualzuchtgutachten“ empfiehlt ein Zuchtverbot für haarlose, extrem kurzköpfige Zuchtformen (sogenannte brachycephale Rassen) und weitere, bei denen extreme Ausprägungen im Körperbau (sehr langer Rücken, stark verkrümmte Beine, Wirbelsäulenveränderungen, übermäßiges Fellwachstum usw.) ein gesundes Leben unmöglich macht.

Ein verantwortungsvoller Tierhalter, der natürlich viel Wert auf ein gesundes, unbeeinträchtigtes Leben seines Vierbeiners legt, sollte bei der Entscheidung für eine geeignete Rasse nicht nur auf hervorragende Charaktereigenschaften achten, sondern auch diese Hinweise unbedingt berücksichtigen.

Wir von Fressnapf setzen uns als verantwortungsbewusste Tierfreunde aktiv für das Wohlergehen der Tiere ein und möchten auf die Herausforderungen hinweisen, die bestimmte Zuchtpraktiken mit sich bringen. Daher vermeiden wir es bewusst, Bilder von Qualzuchten außerhalb expliziter Rasseportraits zu zeigen, um keine ungewollte Nachfrage zu fördern.

Uns ist zudem bewusst, dass viele Tierhalter nicht wissen, dass ihr geliebtes Haustier unter den Folgen einer Qualzucht leiden könnte. Unser Ziel ist es nicht, Schuldgefühle zu wecken, sondern durch informative Beiträge darüber aufzuklären und gleichzeitig Hilfestellungen zu geben, diesen Tieren ein möglichst gesundes und glückliches Leben zu ermöglichen.

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