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Ein Hund geht mit seinem Besitzer über die Straße.

Begleithundeprüfung – das Mensch-Hund-Team auf dem Prüfstein: Fragen & Ablauf

Die Begleithundeprüfung, abgekürzt BH, ist eine staatlich anerkannte Prüfung zur Ermittlung des Wesens eines Hundes. Nicht jeder Hund und Hundehalter brauchen es abzulegen. Geprüft werden grundsätzlich alle Hunde, die mit Menschen eng zusammenarbeiten. Dazu gehören beispielsweise Assistenzhunde oder Polizei- und Rettungsdiensthunde. Um die Begleithundeprüfung zu absolvieren, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

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Was ist die Begleithundeprüfung?

Die Begleithundeprüfung ist eine staatlich anerkannte Wesens- und Verhaltensprüfung eines Hundes. Sie wird gemeinsam von Hund und Hundehalter/Hundeführer abgelegt, die im Hauptteil der Prüfung als Team auftreten. Die Begleithundeprüfung testet das Benehmen des Hundes gegenüber fremden Personen, sein Verhalten in der Öffentlichkeit und seine Unterordnungsfähigkeit (eng. Obedience) unter die Kommandos. Dabei gilt es zu erfahren, wie der Hund in belastenden Situationen reagiert, beispielsweise wie er sich Joggern und Radfahrern, lauten oder hektisch agierenden Menschen gegenüber verhält. Die Begleithundeprüfung können Sie ausschließlich in den Vereinen des FCI (Vereinigung Fédération Cynologique Internationale) wie beispielsweise dem ÖKV, dem Verein österreichischen kynologenverband, ablegen.

Ohne diesen geht gar nichts: der Test des Hundehalters

Der sogenannte Sachkundenachweis zählt streng genommen nicht zu der Begleithundeprüfung, doch ohne diesen geht es erst gar nicht los. Bei diesem Test müssen Sie Ihre Eignung unter Beweis stellen. Die Fragen, die Ihnen im Vorfeld der Begleithundeprüfung gestellt werden, betreffen Grundkenntnisse über Hunde und ihre Verhaltenswesen im Allgemeinen. Mit den richtigen Antworten auf die Fragen zeigen Sie, dass Sie in der Lage sind, einen Hund zu führen, artgerecht zu halten, seine Verhaltensmuster richtig einzuschätzen und damit entsprechend umgehen können. Der Sachkundenachweis ist eine schriftliche Theorieprüfung, die aus einer Reihe von Multiple-Choice-Fragen besteht, bei denen Sie die richtigen Antworten aus einer Reihe falscher Vorgaben herausfiltern.

Wichtige Voraussetzungen vor der Begleithundeprüfung

Grundsätzlich werden nur Hunde zur Begleithundeprüfung zugelassen, die mindestens 15 Monate alt sind.

Zu den weiteren Voraussetzungen zählen:

  • Leinenführigkeit/Bei-Fuß-Gehen: im Laufschritt, im Normalschritt und in der Winkelarbeit, mit als auch ohne Leine
  • Sitzübungen aus dem Lauf, mit und ohne Leine
  • Ablegen unter Ablenkung durch ein anderes Hund-Mensch-Team

Der letzte Punkt wird innerhalb der Begleithundeprüfung überprüft. Das geschieht anhand der Chip- oder Tätowierungsnummer des Hundes, die mit dem Tierheimpass übereinstimmen muss. Die Begleithundeprüfung selbst hat einen festen Ablauf, der aus drei praktischen Prüfungsteilen besteht. Sie werden auf einem Trainingsplatz und auf öffentlichen Orten absolviert. Für den gesamten Zeitraum der Prüfung gilt: Hunde, die Wesensmängel innerhalb der Prüfungen vorzeigen, werden sofort disqualifiziert.

Erster Prüfungsteil: Unbefangenheitsprüfung

Der erste Teil der Prüfung ist der eigentliche Wesenstest des Hundes, auch Unbefangenheitsprüfung genannt. Dabei beurteilt ein Leistungsrichter oder Ausbildungswart, wie Ihr Hund sich anderen Menschen und Hunden gegenüber verhält. Ist er besonders ängstlich oder aggressiv, gilt die Gesamtprüfung als nicht bestanden.

Zweiter Prüfungsteil: Gehorsamsübungen/Unterordnungsteil

Die Unterordnung ist der zweite Prüfungsteil und das Kernstück der Begleithundeprüfung. In einer langen Reihe von festgelegten Übungen wird der Gehorsam Ihres Hundes auf dem Trainingsplatz beurteilt. Im Fokus der Prüfung stehen die Befolgung Ihrer Kommandos und das Zusammenspiel des Hund-Mensch-Teams.

Überprüft werden folgende Aufgaben:

  • Leinenführigkeit/Bei-Fuß-Gehen: im Laufschritt, im Normalschritt und in der Winkelarbeit, mit als auch ohne Leine
  • Sitzübungen aus dem Lauf, mit und ohne Leine
  • Ablegen unter Ablenkung durch ein anderes Hund-Mensch-Team
  • weiterführende Hundeprüfungen/Ausbildungen

Die Prüfungsübungen werden unter Tempowechsel, Anhalten und Richtungswendungen vorgeführt. Ihr Hund sollte bei allen Übungen auf Sie fixiert und aufmerksam sein, sich anderen Menschen und Hunden gegenüber jedoch gelassen oder uninteressiert verhalten.

 

Bei diesem Prüfungsteil muss Ihr Team mindestens 70 Prozent der zu vergebenden 60 Punkte erreichen, damit die Begleithundeprüfung fortgesetzt werden kann.

Dritter Prüfungsteil: Außenprüfung

Nach bestandenen Gehorsamsübungen geht es für Sie beide weiter in die letzte Prüfungsrunde, die außerhalb des Hundetrainingsplatzes fortgesetzt wird. Die Abschlussübungen werden an belebten öffentlichen Plätzen – Bahnhöfe, Parkplätze, Parkanlagen etc. – absolviert.

 

Wie bereits beim ersten Prüfungsteil geht es auch hier um die Beurteilung des Wesens Ihres Hundes, dieses Mal jedoch unter möglichst realen Bedingungen. Dabei werden Übungen, die Sie im zweiten Prüfungsteil vorgeführt haben, nun auf ihre alltägliche Tauglichkeit geprüft. Wie verhält sich Ihr Hund, wenn er an schreienden, hektischen Kindern oder ruppigen Fahrradfahrern vorbei geht? Können Sie Ihren Hund problemlos angebunden zurücklassen, während fremde Menschen ihn passieren? Diese und ähnliche Übungen stellen den schwierigsten Teil dieses Prüfungstests dar.

 

Bei allen Aufgaben dieser Abschlussphase beurteilt ein Leistungsrichter die sogenannte Unbefangenheit Ihres Hundes, sein Wesen und Verhalten, mit. Gleichwohl darf Ihr Hund an keiner Stelle der Prüfungen an der Leine ziehen, noch darf er von Ihnen gezogen oder gar angeschrien werden.

 

Nach erfolgreicher Absolvierung dieses Prüfungsteils haben Sie und Ihr Vierbeiner es geschafft! Den Abschluss der Begleithundeprüfung bildet ein klärendes Gespräch mit den Leistungsrichtern. Dabei wird Ihnen die schriftliche Bestätigung des Bestehens der Begleithundeprüfung ausgehändigt.

Wann brauchen Sie eine Begleithundeprüfung?

Eine Begleithundeprüfung brauchen alle Hundehalter, die ihren Hund an folgenden Veranstaltungen beziehungsweise Trainingsmethoden teilnehmen lassen möchten:

  • Leinenführigkeit/Bei-Fuß-Gehen: im Laufschritt, im Normalschritt und in der Winkelarbeit, mit als auch ohne Leine
  • Sitzübungen aus dem Lauf, mit und ohne Leine
  • Ablegen unter Ablenkung durch ein anderes Hund-Mensch-Team
  • weiterführende Hundeprüfungen/Ausbildungen

Wer mit seinem Hund mit Menschen arbeiten möchte, braucht zwingend eine Begleithundeprüfung. Dazu zählen alle Hund-Mensch-Teams, die im öffentlichen Dienst arbeiten wie Polizei- und Rettungsdienststaffeln mit Hunden. Auch wer Hunde zu Therapiezwecken und als Begleithunde in Altersheimen einsetzten möchte, kommt nicht um eine Begleithundeprüfung herum. Indem sie kranken oder gehandicapten Menschen emotionale und/oder leitende Hilfestellungen geben, leisten Therapie- und Assistenzhunde herausragende Schwerstarbeit. Für diese Aufgaben muss ihr Wesen absolut vorbehaltlos, fremden Menschen gegenüber offen, zutraulich und verspielt sein. Dabei können entsprechend ausgebildete Assistenzhunde auch Verantwortung für die ihnen „anvertrauten“ Menschen übernehmen, wozu sie entsprechende Ausbildung erhalten.

 

VITA-Assistenzhunde des gemeinnützigen Vereins VITA e. V. zeigen, wofür eine Wesensprüfung gut ist.

Icon Hund erziehen Erziehung

 

Erfahren Sie mehr über Vita Assistenzhunde.

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