Dogo Argentino: Allrounder mit starkem Willen und Charme
10.03.2026 - Lesedauer: 8 Minuten

Der Dogo Argentino gilt in einigen BundeslĂ€ndern als Listenhund. Erfahre hier mehr ĂŒber die argentinische Dogge.
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Der Dogo Argentino stammt ursprĂŒnglich von Molossern und Doggen ab. Obwohl dieser Hund seinen Menschen und auch Kindern bei entsprechender Sozialisierung und Erziehung ausgesprochen zugetan ist, erfordert die Haltung und FĂŒhrung ein hohes MaĂ an Hundesachverstand. In vielen BundeslĂ€ndern wird die Rasse auch als sogenannter Listenhund gefĂŒhrt, zudem zĂ€hlt der Dogo Argentino zu den Qualzuchten. Das typische weiĂe Fell bringt unter anderem ein erhöhtes Risiko fĂŒr Taubheit und Blindheit mit sich.
Herkunft: Vom Jagdhund zum Allrounder
Der Dogo Argentino ist eine noch junge Molosser-Rasse, die aus der Kreuzung von Doggen mit sogenannten Kampfhunden entstand. Der BegrĂŒnder der Zucht, Antonio Nores Martinez, hatte die Absicht, einen âAllrounderâ zu kreieren, der ein guter Jagd- und Wachhund ist und sich gleichzeitig als Familienhund eignet.
1928 legte Martinez den ersten Standard fĂŒr die argentinische Dogge, den Dogo Argentino, fest. In seiner Heimat gelang die ZĂŒchtung: Die Tiere sind dort geschĂ€tzte Haus- und Wachhunde. Das Ziel der Zucht liegt darin, vom Wesen her freundliche und zugleich gesunde Tiere zu schaffen, die vom ZĂŒchter bestmöglich sozialisiert werden.
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Der Charakter der Dogo Argentino
Die groĂen weiĂen Hunde sind gutmĂŒtig und freundlich, neigen aber zu Dominanz. Aus diesem Grund benötigen sie einen souverĂ€nen âRudelfĂŒhrerâ, dem sie voll vertrauen. Dogo Argentino sind â bei guter Sozialisation und konsequenter Erziehung â auch als Familienhunde geeignet.
GegenĂŒber Artgenossen können die Doggen dominant und offensiv auftreten, insbesondere, wenn sie auf Hunde des gleichen Geschlechts treffen. Dogo Argentino haben einen eigenstĂ€ndigen Charakter, ordnen sich ungern unter und möchten die Kontrolle ĂŒbernehmen. Gelingt die Erziehung, sind sie ihrem Halter und seiner Familie liebevoll zugewandt und erweisen sich als treue Begleiter und BeschĂŒtzer.
SteckbriefDogo Argentino
Rasse | Dogo Argentino |
Herkunft | Argentinien |
Klassifikation | Molosser, doggenartige Hunde |
GröĂe | groĂ, Schulterhöhe 60 bis 68 Zentimeter |
Gewicht | 40 bis 45 Kilogramm |
Körperbau | athletisch, krÀftig, elegant, krÀftiger und schwerer Kopf, sÀbelförmiger Fang |
Augen | schwarz |
Ohren | dreieckig, halb aufgerichtet, seitlich angesetzt |
Fell und Farbe | kurzes Fell, reinweiĂ, schwarzer Fleck im Kopfbereich erlaubt |
Besonderheiten | Jagdtrieb mit Tötungsabsicht, konsequente Erziehung dringend nötig |
Charakter | friedvoll, aufmerksam, menschenfreundlich, dominant, intelligent, kinderlieb |
Gesundheit | Neigung zu Blindheit, Taubheit, Hauterkankungen und Gelenkdysplasien |
Ist ein Dogo Argentino ein Listenhund?
In vielen BundeslĂ€ndern zĂ€hlt der Dogo Argentino zu den sogenannten Listenhunden: Die Haltung ist je nach Bundesland mit bestimmten Auflagen verbunden, wie einem Wesenstest fĂŒr die Tiere oder einem HundefĂŒhrerschein fĂŒr die Halter. Auch die Hundesteuer ist bei Listenhunden oft deutlich höher. Alle BundeslĂ€nder fordern auch eine Hundehaftpflichtversicherung, mancherorts musst du ein polizeiliches FĂŒhrungszeugnis und einen Sachkundenachweis vorlegen, um einen Listenhund halten zu dĂŒrfen. Andere fordern Maulkorbpflicht und Leinenzwang. Eine Maulkorbbefreiung kann durch das Bestehen eines Wesenstest erreicht werden.

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In diesen BundeslĂ€ndern gilt der Dogo Argentino als Listenhund: Stand 2025 â Bitte beachte, dass sich gesetzliche Ănderungen ergeben können. Informiere dich daher stets bei deiner Kommune.
- In Baden-WĂŒrttemberg gilt Kategorie 2. AuĂerdem besteht Leinen- und Maulkorbzwang. AuĂerdem muss der Halter/die Halterin eine Haftpflichtversicherung nachweisen. In der Verordnung ist keine Höhe festgelegt.
- In Bayern gilt Kategorie 2. Dazu: Es besteht Leinen- und Maulkorbpflicht, diese Auflage kann mit einem Negativzeugnis gelockert werden. Es muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Landesweit ist hier keine Mindestdeckung festgelegt, diese kann je nach Kommune variieren.
- In Hamburg gilt Kategorie 2. AuĂerdem besteht Leinen- und Maulkorbzwang. AuĂerdem muss der Halter/die Halterin eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckung von 1 Millionen Euro je Versicherungsfall nachweisen.
- In Hessen gilt Kategorie 0: Wird als âvermutet gefĂ€hrlichâ gelistet. Es besteht Leinenpflicht, ein Maulkorb kann angeordnet werden. Eine Haftpflichtversicherung muss ebenfalls abgeschlossen werden. Eine Mindestdeckung ist nicht vorgegeben.
- In Nordrhein-Westfalen gilt Kategorie 2. Es besteht Leinen- und Maulkorbzwang. Eine Befreiung ist nach VerhaltensprĂŒfung möglich. Eine Haftpflichtversicherung , die eine Mindestdeckung von 500.000 Euro fĂŒr PersonenschĂ€den und 250.000 Euro fĂŒr SachschĂ€den aufweist, muss abgeschlossen werden.
In den ĂŒbrigen BundeslĂ€ndern wird die GefĂ€hrlichkeit des Hundes im Einzelfall geprĂŒft. Bei Negativtest wird ggf. Leinen- und Maulkorbzwang und eine Hundehaftpflichtversicherung verlangt.
Bei der Einstufung gilt: Â
Kategorie 1 = definitiv gefÀhrlich, nicht widerlegbar
Kategorie 2 = GefÀhrlichkeit vermutet, aber widerlegbar
Kategorie 0 = es gibt eine Liste, auf der die Rasse steht, aber keine Kategorien
Die Hundeverbringungs- und -einfuhrverordnung⯠(HundVerbrEinfVO) besagt, dass es verboten ist, die RassenâŻAmericanâŻPitbull Terrier, StaffordshireâŻBull Terrier, American Staffordshire Terrier und BullâŻTerrier nach Deutschland einzufĂŒhren beziehungsweise dort zu halten. Das gilt auch fĂŒr Kreuzungen aus diesen Rassen. Ausnahmen werden nur in SonderfĂ€llen gemacht, etwa wenn es sich um Rettungshunde, Diensthunde, Blinden- oder Begleithunde handelt. Auch ist ein Urlaubsaufenthalt erlaubt, sofern er eine Dauer von vier Wochen nicht ĂŒberschreitet. Wer einen dieser Listenhunde in Deutschland halten will, braucht die Erlaubnis der im jeweiligen Bundesland zustĂ€ndigen Behörde.
Genau heiĂt es im Gesetz: âGefĂ€hrliche Hunde im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 2 des Gesetzes dĂŒrfen zum Zweck des stĂ€ndigen Haltens in das Inland verbracht oder eingefĂŒhrt werden, wenn die Begleitperson nachweist, dass die Hunde berechtigt in einem Land gehalten werden dĂŒrfen.â
Was fĂŒr eine BeiĂkraft hat ein Dogo Argentino?
Listenhunde werden oftmals auch als âKampfhundeâ bezeichnet. Das liegt vor allem daran, dass es sich meist um krĂ€ftige, muskulöse Tiere handelt, die sich auch durch eine ausgeprĂ€gte BeiĂkraft auszeichnen. Die Rassen wurden in der Vergangenheit von Menschen fĂŒr TierkĂ€mpfe ausgenutzt, die zunĂ€chst in GroĂbritannien weit verbreitet waren. Bereits im Jahr 1835 sprach GroĂbritannien jedoch offiziell ein Hundekampfverbot aus, spĂ€ter zogen viele andere LĂ€nder Europas nach.
Der Dogo Argentino hat eine BeiĂkraft von etwa 500 PSI (englisch fĂŒr âpounds per square inchâ, zu Deutsch âPfund pro Quadratzollâ).
Im Vergleich:
- Der Mensch hat eine BeiĂkraft von 120 bis 140 PSI.
- Der Chihuahua hat eine BeiĂkraft von ca. 100 PSI.
- Der Amerikanische Pitbull hat eine BeiĂkraft von ca. 235 PSI.
- Der Wolf hat eine BeiĂkraft von etwa 593 PSI.
- Der Kangal-Hirtenhund hat eine BeiĂkraft von rund 740 PSI. Damit ist der TĂŒrke der Hund mit der stĂ€rksten BeiĂkraft und ĂŒbertrifft sogar einen Löwen, dessen BeiĂkraft bei 691 PSI liegt.
- Krokodile haben mit 3700 PSI den stÀrksten Tierbiss.

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Erziehung und Haltung
Der Dogo Argentino ist kein AnfĂ€ngerhund! Die Sozialisierung muss schon beim ZĂŒchter beginnen und im neuen Zuhause nahtlos fortgesetzt werden. Aufgrund ihrer EigenstĂ€ndigkeit, Kraft und ihrem Hang zu Dominanz benötigen die athletischen Jagdhunde eine liebevolle, aber konsequente und starke FĂŒhrung. Dabei ist es wichtig, dass du und der Hund eine vertrauensvolle Basis entwickelt. Der Besuch der Welpenstunde und einer Hundeschule ist unbedingt empfehlenswert. Wichtig ist, dass er klare Handlungslinien gezeigt bekommt und aufgestellte Regeln eingehalten werden.
Die sportlichen Vierbeiner benötigen ausreichend körperliche und geistige BeschĂ€ftigung, sie lieben Suchspiele und Nasenarbeit. Idealerweise bietest du deiner argentinischen Dogge ein groĂes Zuhause mit einem ausbruchssicheren Garten. SchwĂ€chen in der Erziehung weiĂ sie sofort fĂŒr sich zu nutzen, was gefĂ€hrlich werden kann. Bei zu wenig körperlicher Auslastung, neigt der Dogo Argentino dazu, verhaltensauffĂ€llig und aggressiv zu werden. Aufgrund der GröĂe und Kraft des Dogo Argentino sollten im Haushalt lebende Kinder schon etwas Ă€lter sein.

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Gesundheit des Dogo Argentino
Der Dogo Argentino ist aufgrund seiner weiĂen Fellfarbe fĂŒr Blind- und Taubheit anfĂ€llig. Der Grund dafĂŒr ist, dass die VorlĂ€uferzellen der Farbpigmente aufgrund eines Defekts nicht nach auĂen wandern. Diese Zellen sind jedoch maĂgeblich an der Entwicklung von Strukturen beteiligt, die fĂŒr Hören und Sehen notwendig sind. AuĂerdem neigt diese Rasse zu Hautproblemen wie Juckreiz und EntzĂŒndungen. Zudem besteht wie bei vielen groĂen Hunden eine Neigung zu Gelenkdysplasien. Lass einen heranwachsenden Dogo Argentino noch keine Treppen steigen und warte auch mit dem Hundesport, bis das Tier erwachsen ist. Wenn du dich dennoch fĂŒr einen Dogo Argentino entscheidest, informiere dich am besten in Tierheimen oder bei rassespezifischen Tierschutzorganisationen, um einem Hund ein Zuhause zu schenken. Sei dir auĂerdem bewusst, dass diese Rasse zu verschiedenen Erkrankungen neigt, die im Zweifel eine intensive tierĂ€rztliche Betreuung erfordern und mit hohen Kosten verbunden sein können.
Was hat die weiĂe Fellfarbe mit Taubheit zu tun?
Hunde mit weiĂem oder weiĂ-geschecktem Fell leiden ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig unter Taubheit. Zu den am stĂ€rksten betroffenen Rassen zĂ€hlt der Dalmatiner, aber auch beim Dogo Argentino gehört Taubheit leider zu den regelmĂ€Ăig vorkommenden Erkrankungen.
Wissenschaftliche Untersuchungen der Stiftung TierÀrztliche Hochschule Hannover deuten darauf hin, dass die fehlende Pigmentierung in Zusammenhang mit dem Hörverlust dieser Hunderassen stehen könnte.
Der Gehörsinn bei gesunden Hunden funktioniert ĂŒber die Weiterleitung akustischer Signale, die im Innenohr erfasst und durch SchallĂŒbertragung an das Gehirn ĂŒbermittelt werden. Um die akustischen Signale empfangen zu können, ist die Gehörschnecke (Cochlea) mit feinen Haarzellen ausgekleidet, die auf entsprechende Schwingungen von auĂen reagieren. Bei Hunden mit weiĂem oder weiĂ-geschecktem Fell sind weniger Pigment-bildende Zellen (Melanozyten) vorhanden, die unter anderem fĂŒr die dunkle FellfĂ€rbung verantwortlich sind. Melanozyten sind jedoch nicht nur relevant fĂŒr die dunkle Pigmentierung des Fells, sondern spielen auch bei der Erhaltung und Entwicklung von Haarzellen eine wichtige Rolle. In Folge der fehlenden Melanozyten kann es dazu kommen, dass die im Innenohr vorhandenen Haarzellen, die entscheidend fĂŒr die Weiterleitung von akustischen Signalen sind, sich nicht vollstĂ€ndig entwickeln können. Hierdurch werden die Innenohrstrukturen massiv beeintrĂ€chtigt oder gar zerstört. Erkennbar wird eine solche Entwicklung bei Welpen etwa ab der achten Lebenswoche, wenn eine einseitige oder beidseitige Taubheit festgestellt wird.
Eine eindeutige Diagnose der Taubheit liefert zum Beispiel der BAER-Test (brainstem auditory evoked potential), bei dem akustische Signale an das Innenohr geleitet werden, um anschlieĂend in Form von Gehirnströmen erfasst werden zu können.
PflegeÂ
Den Dogo Argentino gibt es nur in WeiĂ, manchmal hat er einen schwarzen Fleck. Hintergrund: Bei der Jagd sollte er sich optisch gut von den Wildtieren unterscheiden. Sein Fell ist kurz, sehr weich und absolut pflegeleicht. Es genĂŒgt, es zwei- bis dreimal wöchentlich zu bĂŒrsten, wĂ€hrend des Fellwechsels tĂ€glich. Bei Vorliegen von Hautproblemen solltest du die betroffenen Stellen tĂ€glich in Absprache mit deinem Tierarzt pflegen.
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Qualzucht-Hinweis
Diese Rasse wird in vielen Teilen der Welt als Qualzucht eingestuft.
Das 1999 im Auftrag der Bundesregierung und unter Mitwirkung des Deutschen Tierschutzbundes erstellte âQualzuchtgutachtenâ empfiehlt ein Zuchtverbot fĂŒr haarlose, extrem kurzköpfige Zuchtformen (sogenannte brachycephale Rassen) und weitere, bei denen extreme AusprĂ€gungen im Körperbau (sehr langer RĂŒcken, stark verkrĂŒmmte Beine, WirbelsĂ€ulenverĂ€nderungen, ĂŒbermĂ€Ăiges Fellwachstum usw.) ein gesundes Leben unmöglich macht.
Ein verantwortungsvoller Tierhalter, der natĂŒrlich viel Wert auf ein gesundes, unbeeintrĂ€chtigtes Leben seines Vierbeiners legt, sollte bei der Entscheidung fĂŒr eine geeignete Rasse nicht nur auf hervorragende Charaktereigenschaften achten, sondern auch diese Hinweise unbedingt berĂŒcksichtigen.
Wir von Fressnapf setzen uns als verantwortungsbewusste Tierfreunde aktiv fĂŒr das Wohlergehen der Tiere ein und möchten auf die Herausforderungen hinweisen, die bestimmte Zuchtpraktiken mit sich bringen. Daher vermeiden wir es bewusst, Bilder von Qualzuchten auĂerhalb expliziter Rasseportraits zu zeigen, um keine ungewollte Nachfrage zu fördern.
Uns ist zudem bewusst, dass viele Tierhalter nicht wissen, dass ihr geliebtes Haustier unter den Folgen einer Qualzucht leiden könnte. Unser Ziel ist es nicht, SchuldgefĂŒhle zu wecken, sondern durch informative BeitrĂ€ge darĂŒber aufzuklĂ€ren und gleichzeitig Hilfestellungen zu geben, diesen Tieren ein möglichst gesundes und glĂŒckliches Leben zu ermöglichen.





