Corgi: Kurze Beine – lange Liste gesundheitlicher Problem
04.02.2026 - Lesedauer: 14 Minuten

Typisch für die Rasse sind kurze Beine im Verhältnis zum langen Rücken sowie häufiges Übergewicht.
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Der Corgi ist mittlerweile eine sehr beliebte Rasse. Bekannt wurde der Hund vor allem durch den Umstand, dass Queen Elizabeth II. jahrzehntelang Corgis hielt und züchtete. Die Hunderasse besitzt einen lebhaften Charakter und strotzt vor Selbstbewusstsein. Daher wird auch ein gutes Händchen bei der Erziehung benötigt. Ein Corgi erobert mit seinem drolligen Wesen die Herzen seiner Familie im Sturm. Aufgrund einiger gesundheitlicher Probleme zählt der Corgi allerdings zu den Qualzuchten.
- Woher kommen Corgis?
- Wie sieht der Welsh Corgi aus?
- Steckbrief
- Ist ein Corgi ein Jagdhund?
- Eigenschaften und Charakter des Welsh Corgi
- Sind Corgis schwer zu erziehen?
- Für wen ist ein Corgi geeignet?
- Ist ein Corgi ein Familienhund?
- Kann man einen Corgi allein lassen?
- Ist ein Corgi ein Anfängerhund?
- Pflege des Welsh Corgi
- Welche Probleme haben Corgis?
- Wie teuer ist ein Corgi?
- Fazit: Corgi als freundlicher und lebensfroher Begleiter
Das Wichtigste in Kürze:
- Corgis sind mittelgroße Hunde, die optisch einem Miniatur-Schäferhund ähneln. Die kurzen Beine in Kombination mit dem langen Rücken bringen jedoch viele gesundheitliche Probleme mit sich, weshalb die Rasse als Qualzucht gilt.
- Die Hunde stammen ursprünglich aus Wales. Die Tiere gibt es dort in den Rassen Welsh Corgi Pembroke und Cardigan, die sich in ihrer Größe und Statur unterscheiden.
- Bei Corgi-Welpen sind eine gute Erziehung sowie Sozialisierung ein wichtiger Grundstein für die Ausprägung eines guten Charakters..
- Die Pflege von Corgis ist einfach und beschränkt sich auf regelmäßiges Bürsten.
- Die Rasse gilt als Qualzucht, weshalb regelmäßige Untersuchungen in der Tierarztpraxis wichtig sind, um mögliche Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Qualzucht-Hinweis
Diese Rasse wird in vielen Teilen der Welt als Qualzucht eingestuft.
Das 1999 im Auftrag der Bundesregierung und unter Mitwirkung des Deutschen Tierschutzbundes erstellte „Qualzuchtgutachten“ empfiehlt ein Zuchtverbot für haarlose, extrem kurzköpfige Zuchtformen (sogenannte brachycephale Rassen) und weitere, bei denen extreme Ausprägungen im Körperbau (sehr langer Rücken, stark verkrümmte Beine, Wirbelsäulenveränderungen, übermäßiges Fellwachstum usw.) ein gesundes Leben unmöglich macht.
Ein verantwortungsvoller Tierhalter, der natürlich viel Wert auf ein gesundes, unbeeinträchtigtes Leben seines Vierbeiners legt, sollte bei der Entscheidung für eine geeignete Rasse nicht nur auf hervorragende Charaktereigenschaften achten, sondern auch diese Hinweise unbedingt berücksichtigen.
Wir von Fressnapf setzen uns als verantwortungsbewusste Tierfreunde aktiv für das Wohlergehen der Tiere ein und möchten auf die Herausforderungen hinweisen, die bestimmte Zuchtpraktiken mit sich bringen. Daher vermeiden wir es bewusst, Bilder von Qualzuchten außerhalb expliziter Rasseportraits zu zeigen, um keine ungewollte Nachfrage zu fördern.
Uns ist zudem bewusst, dass viele Tierhalter nicht wissen, dass ihr geliebtes Haustier unter den Folgen einer Qualzucht leiden könnte. Unser Ziel ist es nicht, Schuldgefühle zu wecken, sondern durch informative Beiträge darüber aufzuklären und gleichzeitig Hilfestellungen zu geben, diesen Tieren ein möglichst gesundes und glückliches Leben zu ermöglichen.
Woher kommen Corgis?
Welsh Corgis gehören nach Einordnung der Fédération Cynologique Internationale (FCI) zur Gruppe 1 der Treib- und Hütehunde und dort in die Sektion 1 der Schäferhunde. Sie stammen, wie der Name verrät, aus Wales. Dabei unterscheiden sie sich in zwei Rassen, den Welsh Corgi Pembroke und den Cardigan. Beide verdanken ihre Namen den Grafschaften, aus denen sie ursprünglich stammen: Pembrokeshire und Cardiganshire. Hinzu kommen Modeerscheinungen der Rasse wie der Husky-Corgi-Mix oder der Corgi-Schäferhund-Mix, bei denen es sich jedoch um keine anerkannte Rasse handelt.
Die reinrassigen Corgis zählen zu den weltweit ältesten Rassen, die es schon im 10. Jahrhundert gegeben haben soll. Seit dem 12. Jahrhundert ist ihre Verwendung als Treibhund für Rinder und Ponys verbrieft. Der Grund hierfür liegt in ihrer niedrig gebauten Form: Durch die kurzen Beine rannten die Hunde mühelos unter den Bäuchen der Herdentiere hindurch.
Ende des 19. Jahrhunderts wurden Welsh Corgis erstmals auf einer Ausstellung gezeigt. Beide Schläge wurden gemeinsam 1925 vom Kennel Club (Dachverband der britischen Hundezuchtvereine) anerkannt; eine getrennte Eintragung erfolgte 1934. In Deutschland gibt es die Hunde seit 1974.
Bekannt sind Corgis vor allem durch die damalige britische Königin Queen Elizabeth II. Sie züchtete diese Rasse seit ihrer Jugend und hatte stets einen oder mehrere dieser sympathischen Gesellen um sich. Die Queen und Corgis sind für viele untrennbar miteinander verbunden.
Wie sieht ein Corgi aus?
Corgis sind mittelgroße Hunde. Sie sind von der Nase bis zur Rute etwa einen Meter lang. Allerdings sind die Beine des Corgis verhältnismäßig kurz, sodass er auf eine Widerristhöhe von gerade einmal 25 bis 30 Zentimetern kommt. Aufgrund der verkürzten Beine im Vergleich zu dem normalgroßen Rumpf gilt der Corgi als Qualzucht, da er dadurch anfällig für Gelenk- und Rückenprobleme ist. Rüden haben ein Gewicht von zehn bis zwölf Kilo, Hündinnen von zehn bis elf Kilo.
Von oben betrachtet, sehen Corgis aus wie kleine Schäferhunde. Von unten dagegen ähneln sie Dackeln. Sie haben einen fuchsähnlichen Kopf mit aufgerichteten, abgerundeten Ohren. Wenn dich ein Corgi aus seinen runden, dunkelbraunen Augen anschaut, erkennst du schon an seinem wachen Blick, dass es sich um einen lebhaften, unternehmungslustigen Hund handelt.
Die Rassen Welsh Corgi Cardigan und Welsh Corgi Pembroke unterscheiden sich insbesondere in Größe und Statur. Der Pembroke ist etwas gedrungener und kompakter als der Cardigan. Zudem ist er meist etwas leichter und kleiner.
Beide Rassen besitzen ein mittellanges Fell mit dichter Unterwolle. Es fühlt sich hart und gerade an. Außerdem unterscheiden sich die Welsh Corgi-Rassen in den Fellfarben. Der Welsh Corgi Pembroke kommt in den Farbschlägen rehbraun, einfarbig rot, schwarz mit Brand sowie sable (auch: Zobel) vor. Der Cardigan dagegen ist in blue merle, gestromt, rot, zobelfarben, dreifarbig mit gestromten Punkten und dreifarbig mit roten Punkten zu finden. Beide Hunderassen gibt es mit oder ohne Weiß an Läufen, Brustbein und Hals. Auch am Kopf und am Fang darf der Hund weiße Abzeichen aufweisen.
Haben Corgis eine Rute?
Der Welsh Corgi Cardigan besitzt eine fuchsähnliche Rute, die beinahe den Boden berührt. Bei der Pembroke-Rasse ist die Rute verkürzt. Früher hatten die Pembrokes einen Stummelschwanz. Dieser wurde in den meisten Fällen durch Kupieren erzeugt, was heute nach §1 Tierschutzgesetz verboten ist. Die Rute dient neben der Stabilisation in der Bewegung auch als Kommunikationsmittel. Ihr Fehlen schränkt Hunde daher in der artgemäßen Ausprägung von Verhaltensweisen ein.
Hat der Hund dennoch eine Stummelrute, deutet dies auf einen möglichen Gendefekt hin. Dieser zieht oft schwere gesundheitliche Folgen nach sich, die zum Teil tödlich enden. Aus Tierschutzgründen wurden die Zuchtstandards bezüglich der Kurzschwänzigkeit beim Pembroke angepasst.
SteckbriefWelsh Corgi
Herkunft | Wales, Großbritannien |
Klassifikation | Hüte- und Treibhunde |
Größe | 25 bis 30 Zentimeter |
Gewicht | zehn bis zwölf Kilogramm (Rüden), zehn bis elf Kilogramm (Hündinnen) |
Körperbau | tiefgestellt, rüstig, robust |
Augen | rund, von mittlerer Größe, braun |
Ohren | mittelgroß, aufgerichtet |
Fell und Farbe | mittlere Länge, gerade mit dichter Unterwolle; rot, sable, rehfarben, schwarz mit Brand, mit oder ohne Weiß an Läufen, Brustbein und Hals |
Besonderheiten | Corgis von Queen Elizabeth II. früher gehalten und gezüchtet |
Charakter | durchsetzungsstark, intelligent, lebhaft; Corgi-Welpen müssen gut erzogen werden |
Gesundheit | allgemein robust; häufig angeborene Krankheiten wie degenerative Myelopathie, Hüftgelenksdysplasie, progressive Retinaatrophie, Von-Willebrand-Krankheit, gesundheitliche Einschränkungen durch Kurzbeinigkeit und langen Rücken sowie Schanzlosigkeit – gilt daher als Qualzucht |
Ist ein Corgi ein Jagdhund?
Um ihre Aufgabe als Hütehunde für Kühe und Ponys zu meistern, brauchten Corgis viel Mut und Ausdauer. Zudem benötigten sie einiges an Geschick, um den Tritten der Tiere rechtzeitig auszuweichen. Dagegen ist der Jagdtrieb bei dieser Rasse nur sehr schwach ausgeprägt und kaum noch vorhanden. Deshalb eignet sich ein reinrassiger Corgi weniger zur Jagd.
Eigenschaften und Charakter des Corgi und Charakter des Welsh Corgi
Aus der Vergangenheit bringen die Corgis ein blitzschnelles Reaktionsvermögen, Selbstbewusstsein und Furchtlosigkeit mit. Sie sind sehr selbstständig und haben ihren eigenen Kopf. Und da die Vierbeiner bei jedem Wetter draußen unterwegs waren, sind sie sehr robust und widerstandsfähig.
In artgerechter Haltung binden sie sich jedoch eng an ihre Menschen, sind ihnen treu ergeben und am liebsten überall dabei. Die kompakten Treib- und Hütehunde sind bis ins hohe Alter verspielt. Aber Vorsicht: Der Corgi hat es faustdick hinter den Ohren und wird mit seinem ganzen Charme versuchen, dich um die kleine Kralle zu wickeln.
Ein anderes Erbe aus der Zeit als Treibhund ist die Vorliebe zum Wadenzwicken. Früher nutzte der Hund diese Methode, um Rinder und kleine Pferde in die gewünschte Richtung zu treiben. Inzwischen haben die Vierbeiner diese Neigung durch Züchtung weitestgehend verloren. Doch beim Spiel bricht sie gelegentlich durch. Mit gründlicher Erziehung der Corgi-Welpen lässt sich diese Eigenart jedoch gut kontrollieren.
Rassetypische Eigenschaften
Natürlich sind alle Hunde sehr individuell und die Ausprägung der rassetypischen Eigenschaften kann sicherlich abhängig von Charakter, Alter, Erziehung, Vorerfahrungen und auch Zuchtlinie variieren.
Wichtig ist es zu wissen, dass alle Rassen aus einem bestimmten Grund entstanden sind und gewisse Charaktereigenschaften gezielt herausgezüchtet wurden. Bei der Auswahl entscheidest du dich bewusst für diese Eigenschaften.
Sind Corgis schwer zu erziehen?
Als Hunde, die ursprünglich für das Hüten und Treiben gezüchtet wurden, sind Corgis lernwillig und intelligent, benötigen jedoch eine konsequente Erziehung. Sie sind aufmerksam, selbstbewusst und arbeiten geschickt mit ihrem Menschen zusammen. Ihre Eigenständigkeit erfordert eine klare, aber faire Führung, damit sie ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen.
Aufgrund seines ursprünglichen Zuchtziels des Treibens und Hütens benötigt der Corgi eine ausreichende geistige und körperliche Auslastung. Lange Spaziergänge mit abwechslungsreicher Beschäftigung durch Such- und Apportierspiele fordern den walisischen Hütehund körperlich und geistig.
Wichtig ist eine abwechslungsreiche Beschäftigung, da sich Corgis sonst langweilen und eigene Wege gehen. Es kommt vor, dass dein Hund versucht, Joggern oder Radfahrern hinterherzujagen, da er sie einfangen und hüten möchte. Andere bellen übermäßig viel, stibitzen deine Schuhe oder machen anderweitig Unfug.
Es ist empfehlenswert, sich bei der Erziehung professionelle Unterstützung zu holen und Angebote wie Hundeschulen zu nutzen.
Wie viel bellt ein Corgi?
Die cleveren, verspielten Corgis sind sehr mitteilungsbedürftig und bellen daher meist etwas mehr. Pembrokes und Cardigans zeigen dir gerne, wenn sie etwas interessiert, ein Fremder ihr Territorium betritt, sie Beachtung haben möchten oder sie einfach aufgeregt und erfreut sind. Mit entsprechender Erziehung ist es möglich, das Bellen zu reduzieren. Dennoch solltest du dir bewusst sein, dass diese Hunde gerne kommentieren, was sie gerade tun. Überlege vor der Anschaffung, ob dies unter Umständen zu Problemen mit Familie und Nachbarn führt.
Für wen ist ein Corgi geeignet?
Ein Corgi ist für Menschen geeignet, die gerne aktiv sind und Zeit an der frischen Luft verbringen. Der Garten zum Spielen und Toben zu Hause ist für die bewegungsfreudigen Vierbeiner äußerst praktisch.
Wichtig ist darüber hinaus eine liebevolle, konsequente Erziehung von Beginn an. Denn Corgis haben ihren eigenen Kopf und versuchen, ihren Willen durchzusetzen. Ansonsten sind sie freundliche Familienhunde und kommen auch mit älteren Kindern gut zurecht.
Ist ein Corgi ein Familienhund?
Ein Corgi eignet sich aufgrund seines anhänglichen Wesens auch für Familien. Bedenke jedoch, dass Kinder und Hunde nie unbeaufsichtigt sein sollten und eine gute Grunderziehung gewährleistet werden sollte.
Kommt ein Corgi ins Haus, solltest du mit deiner Familie vorab festlegen, was der neue Hausgenosse darf und was nicht. Und auch, wo die Grenzen für Kinder im Umgang mit dem Hund liegen. Halten sich alle an die vereinbarten Regeln, gelingt das Zusammenleben mit dem sympathischen Tier in der Regel gut.
Kann man einen Corgi allein lassen?
Corgis können wie jeder Hund auch durchaus für begrenzte Zeit allein gelassen werden. Dennoch sind sie Familienhunde, die sich in ihrem Rudel am wohlsten fühlen. Sie begleiten dich am liebsten überallhin und sind sehr anhänglich. Daher solltest du deinen Vierbeiner möglichst wenig allein lassen und es vor allem kleinschrittig trainieren.
Wichtige Überlegungen vor der Anschaffung eines Hundes
Überlege dir vor der Anschaffung eines Hundes genau, ob und wie du seine artgerechte Betreuung langfristig gewährleisten kannst. Dazu gehört, dass du über viele Jahre hinweg täglich genügend Zeit für Pflege, Erziehung, Auslastung und gemeinsame Aktivitäten erübrigen kannst. Prüfe außerdem ehrlich, ob deine Familien-, Wohn- und Berufssituation es zulassen, den Hund artgerecht zu halten und seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Nur wenn all diese Rahmenbedingungen erfüllt sind, ist ein harmonisches Zusammenleben möglich.
Sind Corgis Kuschelhunde?
Trotz ihrer geringen Größe sind Corgis keine reinen Kuschel- oder Schoßhunde. Sie wollen gefordert und gefördert werden. Ebenso wenig sind sie typische Begleithunde: Sie gehen gerne einmal eigene Wege. Daher hast du bei einem Corgi immer etwas zu tun und darfst stets mit Überraschungen rechnen.
Ist ein Corgi ein Anfängerhund?
Ein Corgi ist kein klassischer Anfängerhund. Dennoch eignet er sich auch für alle, die bereit sind, sich Wissen anzueignen und die Hundeschule zu besuchen. Denn um den Corgi zu erziehen, braucht es Zeit und Geduld. Am besten gelingt es den Eigenarten und Bedürfnissen dieser Hütehunde mit der Unterstützung einer guten Hundeschule und einem Hundetrainer oder einer Hundetrainerin gerecht zu werden. Gut ausgebildet und mit ausreichend Beschäftigung sind diese Vierbeiner treue Begleiter durch dick und dünn.
Pflege des Corgis
Das mittellange Fell des Corgis ist relativ pflegeleicht. Meist reicht es völlig aus, dieses ein- bis zweimal pro Woche zu bürsten. Eine Ausnahme bildet die Zeit des Fellwechsels. Durch das dichte Unterkleid verliert er gerade im Frühjahr und Herbst viele Haare. Daher solltest du ihn in dieser Zeit alle ein bis zwei Tage mit Kamm und Bürste davon befreien.
Alles für kleine Hunde
Hochwertiges Futter, stylische Leinen, oder cooles Spielzeug und bequeme Hundebetten – hier gibt es alles, was das kleine Hundeherz begehrt.
Welche Probleme haben Corgis?
Generell sind Corgis robuste Tiere und werden mit zehn bis 15 Jahren recht alt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei rund 13 Jahren.
Aufgrund ihrer verkürzten Beine bei normal großem Rumpf sind Corgis jedoch anfällig für Rücken- und Gelenkprobleme und zählen damit als Qualzucht. Diese Hunderasse sollte deshalb möglichst wenig springen oder Treppen steigen, um Rückenverletzungen oder Brüche zu vermeiden.
Ferner leidet die Hunderasse häufiger an angeborenen Krankheiten. Dazu gehören:
- Hüftgelenksdysplasie (HD, Fehlbildungen der Hüftgelenke)
- Cystinurie (Ansammlung von Cystein-Kristallen im Urin)
- Bandscheibenerkrankungen
- Degenerative Myelopathie (Absterben der langen Nervenbahnen im Rücken)
- Krankhafte Veränderungen der Netzhaut wie Progressive Retinaatrophie (PRA, absterbende Netzhaut) oder Retinadysplasie
- Von-Willebrand-Syndrom (vererbte Blutgerinnungsstörung, die zu erhöhter Blutungsneigung führt)
- Epilepsie
Vor der Anschaffung dieser Rasse solltest du dir daher bewusst sein, dass ein Corgi wahrscheinlich häufiger tierärztliche Versorgung benötigen wird, was erhöhte finanzielle Aufwendungen bedeutet. Auch im Falle einer Erkrankung muss dem Tier aufgrund seiner besonderen Bedürfnisse viel Zeit, Pflege und zusätzliche Ressourcen entgegengebracht werden.
Qualzucht bei Corgis
Corgis erfreuen sich großer Beliebtheit, doch leider sind sie wie viele Rassehunde von gesundheitlichen Problemen betroffen, die durch gezielte Überzüchtung entstehen. Die gezüchtete kurze und kräftige Statur mit dem langen Rücken birgt ein erhöhtes Risiko für Wirbelsäulenprobleme wie Bandscheibenvorfälle und Degenerative Myelopathie. Zudem kann eine stark reduzierte Körpergröße durch gezielte Zwergwuchsmerkmale Gelenkerkrankungen begünstigen.
Um Qualzucht zu vermeiden, sollten zukünftige Corgi-Halter darauf achten, dass Züchter auf Gesundheit und nicht nur auf ein bestimmtes Erscheinungsbild Wert legen. Verantwortungsvolle Zuchtverbände setzen sich für die Reduzierung gesundheitlicher Risiken ein.
Überlege dir trotzdem, ob du es verantworten kannst, die Zucht weiter zu unterstützen, da es sich hier um ausgeprägte Qualzuchtmerkmale handelt, die ein gesundes Leben nahezu unmöglich machen. Wenn du den Tieren helfen und ihr Leiden beenden möchtest, solltest du keine der betroffenen Hunderassen kaufen. Denn solange diese Rassen gekauft werden und das Geschäft mit ihrem Leid profitabel bleibt, werden sie weiter gezüchtet.
Wie teuer ist ein Corgi?
Ein Corgi kostet dich einen Betrag im vierstelligen Bereich. Wichtig ist, dass du dich vor der Anschaffung gut informierst und eine seriöse Zucht auswählst. Auch in Tierheimen kannst du dich über Rassehunde wie den Corgi informieren. Zum Anschaffungspreis kommen die üblichen Kosten für Ausstattung, Futter, Tierarztbesuche und Medikamente, die ein Leben lang anfallen werden.
So erkennst du seriöse Züchter
Generell erkennst du seriöse Züchter daran, dass sie großen Wert auf die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Tiere legen. Das bedeutet, dass nur mit gesunden Elterntieren gezüchtet wird. Zudem kennt sich der Züchter mit den gesundheitlichen Besonderheiten der Rasse aus und veranlasst, wenn möglich, Gentests der Elterntiere, um vererbbare Krankheiten auszuschließen. Für diese Untersuchungen sowie für die ordnungsgemäßen Impfungen, Entwurmungen und Gesundheitschecks der Jungtiere liegen entsprechende tierärztliche Nachweise vor. Außerdem zeigt dir ein seriöser Züchter gerne die Haltungsbedingungen der Elterntiere und der Jungtiere und erlaubt Besuche. Auch wird er oder sie dich nach deinen Lebensumständen, deiner Berufstätigkeit, deinem häuslichen Umfeld und deiner Motivation für die Tierhaltung befragen. Darüber hinaus ist es meist ein gutes Zeichen, wenn die Zucht einem anerkannten Zuchtverband angehört und dort registriert ist, da die Zucht dann bestimmten Richtlinien unterliegt, die regelmäßig überprüft werden.
Qualzuchten leiden unter zuchtbedingten Gesundheitsproblemen. Auch vermeintlich „seriöse Züchter“ nehmen krankmachende Merkmale für ein beliebtes Erscheinungsbild in Kauf. Die Realität zeigt, dass selbst in anerkannten Zuchtverbänden gesundheitsschädliche Merkmale oft weiterhin toleriert oder sogar gezielt gefördert werden. Daher kann für solche Tiere keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden. Wer Tierleid vermeiden möchte, sollte betroffene Rassen nicht kaufen, sondern Tiere aus dem Tierschutz adoptieren, um die weitere Zucht nicht zu unterstützen.
Gut vorbereitet mit einer Hundekrankenversicherung
Um optimal auf jede Situation und Krankheit vorbereitet zu sein, ist es sinnvoll, sich mit einer Hundekrankenversicherung auseinanderzusetzen. Diese trägt die Kosten bei anfallenden Tierarztbesuchen oder auch Operationen. Was im Versicherungsschutz enthalten ist, erfährst du bei den jeweiligen Anbietern.
Fazit: Corgi als freundlicher und lebensfroher Begleiter
Bei der Entscheidung für diese Rasse sind dir viel Unterhaltung und Abwechslung sicher. Natürlich ist ein Welsh Corgi kein Spielzeug, und du musst dir der Verantwortung bewusst sein, die du übernimmst, wenn du ihn in die Familie integrieren willst. Denke auch daran, dass es sich um eine Qualzucht handelt und behalte die verschiedenen Kosten für Tierarztgebühren und Ausstattung im Blick, die durch die gesundheitlichen Einschränkungen höher zu Buche schlagen werden.
Diese Hütehunde könnten ebenfalls dein Herz erobern:
Ist der Welsh Corgi noch nicht ganz der Hund, den du dir vorstellst, passen die folgenden Rassen vielleicht besser zu deinen Plänen.
- Bobtail: Der Old English Sheepdog – im Volksmund besser als Bobtail bekannt – gehört zu den ältesten Schäferhundrassen Englands. Der arbeits- und bewegungsfreudige Schäferhund im XXL-Haarkleid bleibt auch in stressigen Augenblicken ruhig und souverän.
- Harzer Fuchs: Der Harzer Fuchs wurde ursprünglich für die Arbeit am Rind gezüchtet. Heute kommt er überwiegend bei Schafherden zum Einsatz. Er ist ein wackerer und durchsetzungsstarker Hütehund mit einem eigenen Kopf.
- Miniature American Shepherd: Der Miniature American Shepherd hat sich parallel zum Australian Shepherd entwickelt. Er gleicht dem großen Bruder fast aufs Haar – fällt jedoch wesentlich kleiner aus. Trotz seiner Kompaktheit ist er ein kerniger Hütehund, der es auch mit großem Vieh aufnehmen kann.
- Komondor: Der ungarische Komondor macht auf den ersten Blick den Eindruck eines großen Kuscheltiers. Doch lass dich nicht täuschen: In ihm steckt ein unbestechlicher Beschützer seines Territoriums und seiner Herden. Seine Fellstruktur ist allerdings mit einigen gesundheitlichen Einschränkungen verbunden, die als Qualzuchtmerkmal gelten.
- Mudi: Der Mudi ist ein äußerst talentierter Hütehund, der sich dank seiner freundlichen Art und seiner Verspieltheit wunderbar als Familienhund eignet. Er ist seinen Menschen gegenüber aufgeschlossen und anhänglich und ein wunderbarer Spielgefährte für Kinder.
- Tschechoslowakischer Wolfshund: Der Tschechoslowakische Wolfshund ist eine Kreuzung aus Deutschem Schäferhund und Karpatenwolf. Fremden gegenüber präsentiert er sich misstrauisch, zuweilen auch aggressiv. Für seinen Halter geht er jedoch durchs Feuer.






