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Ein Havaneser rennt

Havaneser – pfiffiger Charme auf vier Pfoten

Der Havaneser mit seinem seidenweichen Fell und der Haarspange über den Augen wirkt auf den ersten Blick wie ein etwas langweiliger Sofahund. Der zweite Blick aber enthüllt einen robusten Kleinhund, der mit seiner cleveren, verspielten und wachsamen Art verzaubert. Lange Spaziergänge, aufregende Spieleinheiten und smartes Hundetraining fordern den Kubaner artgerecht. Havaneser lieben ihre Couch, sind aber keine Couchpotatos!

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Havaneser – liebenswerte Hunde-Power aus Kuba

Die einzige anerkannte Hunderasse aus Kuba stammt tatsächlich gar nicht von der Karibikinsel: Der Havaneser hat seinen Ursprung im westlichen Mittelmeerraum und gehört offiziell zur Gruppe der Bichons. Bis heute besteht Uneinigkeit darüber, ob der Bologneser, der Malteser oder der heute ausgestorbene Bichon Teneriffe der Vorfahre des Havanesers war. Vielleicht aber hat es auf Kuba im 16. Jahrhundert sogar eine kubanische Hunderasse namens Blanquito de la Habana gegeben, die später mit Pudeln gekreuzt wurde.

 

Sicher ist jedenfalls: Der Havaneser wäre heute nicht mehr da, hätten Liebhaber der Rasse nicht rechtzeitig einige Zuchttiere von der Zuckerinsel geschmuggelt. Denn statt auf Kuba fand die Zucht lange Zeit hauptsächlich in den USA statt. Heute ist die Kleinhunderasse weltweit verbreitet.

Der Charakter des Havanesers

Der Havaneser bringt eine fest verankerte Begeisterung für seine Menschen mit. Er besitzt ein fröhliches, freundliches und anhängliches Wesen, Kuscheln ist für den kleinen Wuschelhund ein Lebenselixier. Viele Hunde dieser Rasse bleiben nicht gern allein: Anhaltendes Bellen, Unsauberkeit und zerkaute Gegenstände können die Folge sein, wenn du das Alleinbleiben nicht sehr kleinschrittig mit deinem Hund trainierst.

 

Havaneser sind sehr bewegungsfreudige, intelligente Hunde, die körperlich und geistig gefordert werden möchten. Sie sind wachsam und melden Besucher zuverlässig. Bei hellhörigen Mietshäusern oder einem gelangweilten Havaneser kann die Wachsamkeit anstrengende Ausmaße annehmen. Die aufmerksamen Hunde hören und melden alles, auch den Besuch beim Nachbarn gegenüber. Ihre Bellfreudigkeit führt dabei bisweilen zu Diskussionen und sollte deshalb frühzeitig im Training adressiert werden.

 

Aggressivität liegt den sympathischen Zwergen fern – im Gegenteil: Sie neigen dazu, bei Unsicherheit ein Spiel vorzuschlagen. Dieses als „Fiddling“ bezeichnete Verhalten ist eine Übersprungshandlung und zeugt nicht von echter Spielbegeisterung. Hier liegt es an dir, dem kleinen Hund unangenehme Begegnungen zu ersparen.

 

Havaneser haben zwar Wach-, aber kaum Jagd- oder Schutztrieb. In einigen Zuchtlinien zeigen die Zwerge allerdings hütende Eigenschaften. Da dies bei der Erziehung zu beachten ist, sprich deinen Züchter am besten vor dem Kauf darauf an.

Erziehung und Haltung

So klein und süß der Havaneser auch sein mag, er braucht eine klare, konsequente Erziehung. Diese cleveren Hunde nutzen jede Nachlässigkeit aus und gestalten ihre Welt, wie sie ihnen gefällt. Dies gilt auch für den Rückruf beim Spazierengehen. Nutze anfangs lieber eine Schleppleine, damit der neugierige Zwerg sich nicht allein auf Abenteuer begibt und seine Ohren auf Durchzug stellt. Als Ersthundehalter solltest du dich vor dem Kauf gut mit der Rasse vertraut machen und anschließend am besten gleich eine Hundeschule aufsuchen, um die Erziehung professionell begleiten zu lassen. Dort erfährst du, wie du die Bellfreudigkeit kontrollieren kannst, Fremdhundebegegnungen richtig managst und das Training zum Alleinbleiben aufbaust.

 

Ein langer Spaziergang zusätzlich zu den kurzen Gassirunden ist Pflicht. Auch beim Wandern, am Fahrrad oder Pferd laufen die Zwerge fleißig mit. Regelmäßige Pausen und beim Radeln ein Fahrradkorb sind aber ratsam, um die kleinen Vierbeiner nicht zu überfordern.

 

Der Havaneser steht gerne im Mittelpunkt: Gelehrig und stets darauf aus, seinen Menschen zu gefallen, ist der kleine Streber immer bereit, etwas Neues zu lernen. Ob Grundkommandos oder Hundetricks – Hauptsache es gibt ganz viel Lob! Aufgaben, die Bewegung und Kopfarbeit vereinen, sind ideal: Dogdancing, also Tanzen mit dem Hund, Suchspiele und Dummyarbeit machen ihnen großen Spaß. In der Mini-Klasse beim Agility glänzen Havaneser mit ihrer Bewegungsfreude und ihrem Talent für schnelle Reaktionen.

Pflege des Havanesers

Den Pflegeaufwand beim Havaneser solltest du nicht zu unterschätzen: Bürste das seidige Fell am besten täglich. Weil das Fell des Havanesers rasant wächst, entstehen schnell unangenehme Knoten. Sie sitzen vor allem hinter den Ellenbogen und rund um die Ohren: Diese solltest du im Zuge der täglichen Fellpflege ebenso kontrollieren wie Augen, Zähne und Krallen.

 

Je nach Jahreszeit, Gassistrecke und Dreckaufkommen ist es notwendig, das seidige Havaneserfell zu waschen. Aufgrund seiner Herkunft aus der Karibik ist der kleine Wuschel perfekt auf hohe Temperaturen eingestellt und kommt auch mit heißem Sommerwetter gut zurecht. Im Winter dagegen neigen viele „Havis“ trotz ihres augenscheinlich dicken Fells schnell zum Frieren. Ein artgerechter, gutsitzender und warmer Wintermantel ist bei nasskaltem Wetter daher unverzichtbar.

Besonderheiten und Gesundheit

Der Havaneser gilt als gesundheitlich recht robuste Rasse. Es gibt einige Erbkrankheiten, die bei dieser Hunderasse gelegentlich auftreten. Dazu gehören die Retinadysplasie (RD), Herz- und Lebererkrankungen, Katarakt (Grauer Star) und Patellaluxation. Über eine Zuchtauslese mithilfe von Gesundheitstests kannst du das Risiko einer Erkrankung bei den Welpen senken. Es ist deshalb wichtig, bei der Wahl des Züchters auf dessen Zuchtvoraussetzungen zu achten. Züchter, die dem VDH – Verband für das Deutsche Hundewesen – angeschlossen sind, müssen ihre Zuchttiere auf diese Erkrankungen testen lassen.

 

Bei guter Pflege, altersgerechter Auslastung und passender Fütterung werden Havaneser für gewöhnlich bis zu 16 Jahre alt. Lege bei der Ernährung besonderes Augenmerk auf die schlanke Linie der flauschigen Zwerge: Sie neigen zum Übergewicht, wenn sie zu gut gefüttert und zu wenig bewegt werden.

Ein Havaneser sitzt im Gras

Steckbrief Havaneser

  • Rasse
    Havaneser
  • Herkunft
    Kuba
  • Klassifikation
    Gesellschafts- und Begleithunde, Sektion Bichons
  • Größe
    23 bis 27 Zentimeter
  • Gewicht
    3,5 bis 6 Kilogramm
  • Körperbau
    kompakt, klein, rechteckig, schlank
  • Augen
    mandelförmig, groß und dunkel, mit fröhlichem Blick
  • Ohren
    lange, dicht behaarte Hängeohren
  • Fell und Farbe
    seidig-weich, leicht gelockt, Beige in allen Schattierungen
  • Besonderheiten
    Kopfhaar muss hochgebunden werden, um die Augen freizuhalten
  • Charakter
    intelligent, aktiv, verspielt, ausgelassen, bellfreudig, wachsam
  • Gesundheit
    grundsätzlich robuste Rasse mit wenigen rassetypischen Erbkrankheiten wie Herz- und Lungenerkrankungen, Retinadysplasie (RD), Katarakt (Grauer Star) und Patellaluxation

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